Die strategischen Kosten, die sich auf die Kernaktivitäten einer Firma beziehen, bestreiten den Löwenanteil der Gesamtkosten. In einem Industriebetrieb sind dies zum Beispiel der Materialaufwand zur Herstellung von Schlüsselkomponenten oder die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Kosten- und Unternehmensanalysen konzentrieren sich meistens auf solche Aufwandposten.

In Sammelposten versteckt

Dabei geraten die sogenannten nichtstrategischen Kostenkategorien häufig unter die Räder. In der Regel sind sie in der Erfolgsrechnung in Sammelposten wie «Allgemeiner Verwaltungsaufwand» oder «Übriger Betriebsaufwand» versteckt, obwohl sie oft bis zu 10% oder mehr des gesamten operativen Aufwands (ohne Finanzaufwand) beanspruchen.

Das kann wiederum mehreren Umsatzprozenten und damit nicht selten der gesamten Umsatzrendite entsprechen, die sich in vielen Industriebetrieben im unteren einstelligen Prozentbereich bewegt. Wenn es also gelingt, hier den Hebel anzusetzen, steigt die Profitabilität des gesamten Unternehmens. Dabei kann mit recht einfachen Mitteln gespart werden, braucht es doch dazu keine klassischen Unternehmensberater.

Anzeige

Sparpotenzial für KMU

Hier eröffnet sich gerade für KMU das relativ grösste Sparpotenzial. Erstens stehen weniger Mitarbeiter für das Controlling und den nichtstrategischen Einkauf zur Verfügung als in ei- nem Grossunternehmen. Zweitens handelt es sich im Gegensatz zu den strategischen Kostenkategorien um eine einfache, effiziente Art des Kostensparens, die der Unternehmenskultur von KMU mit ihren schlankeren Strukturen und kurzen Entscheidungswegen entgegenkommt.

Drittens zeigt sich der Erfolg rasch, das heisst innert Monaten, und ist auf Franken und Rappen genau messbar. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie jetzt, wo ein erheblicher und anhaltender Umsatz- und Margendruck besteht, gehört eine systematische, integrale Kostenkontrolle zur unternehmerischen Grundverantwortung.

Überprüfung und Senkung der nichtstrategischen Kosten eröffnen dabei einen relativ schmerzlosen Weg und eine Chance, die Situation zu verbessern, ohne gleich Personal abbauen zu müssen.

Um das Einsparpotenzial voll auszuschöpfen, ist allerdings ein systematisches Vorgehen nötig. Dabei kann es sich lohnen, auf einen erfahrenen externen Spezialisten zurückzugreifen. Rückt man dem Problem rein unternehmensintern zu Leibe, besteht einerseits die Gefahr, dass aus mangelnder Erfahrung zu grosse Abstriche gemacht werden mit dem Risiko einer Qualitätseinbusse der Lieferanten.

Andererseits ist zu befürchten, dass Betriebsblindheit und langjährige Routine davon abhalten, das Sparpotenzial in seinem gesamten Umfang auszuleuchten. Zudem lauert ständig die Gefahr, die Sache unter irgendwelchen Ausreden aufzuschieben.

Nachhaltige Lösung

Ein systematischer Prozess umschliesst die Analyse, das Aufzeigen von Alternativen, die Umsetzung und die laufende Projektbegleitung. Dieser Prozess zieht sich erfahrungsgemäss über eineinhalb bis zwei Jahre hin. Dafür hat man anschliessend die Gewähr, das Problem gesamthaft und nachhaltig gelöst zu haben.