Der Stellenabbau an seinem Hauptsitz in Basel dürfte den Zahnimplantate-Hersteller Straumann im ersten Halbjahr 2012 rund 18 bis 20 Millionen Franken kosten. Die jährlichen Einsparungen der neuerlichen Reorganisation schätzt der Konzern auf etwa 25 Millionen Franken.

Der am Montag angekündigte Abbau von 110 Stellen am Hauptsitz Basel dürfte sich damit für den Konzern relativ schnell rechnen. Anders sieht die Lage freilich für die betroffenen Mitarbeiter aus. Wie Straumann-Sprecher Mark Hill heute der Nachrichtenagentur SDA sagte, wird der grösste Teil des Stellenabbaus in Basel nämlich über Entlassungen vollzogen.

Konzernchef Marco Gadola seinerseits bestätigte an einer Telefonkonferenz, die Arbeitsplätze würden vorwiegend in administrativen Funktionen wegfallen. Gadola erklärte, der erneute Stellenabbau sei notwendig geworden, weil jener vom vergangenen Herbst zu wenig Kostenreduktionen bewirkt hätte.

Einsparungen von 36 bis 37 Millionen

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Damals im Herbst waren 150 Stellen gestrichen worden, 50 davon in Basel. An jährlichen Einsparungen habe dies aber nur rund 11 bis 12 Millionen Franken gebracht. Beide Sparprogramme zusammen bringen also Minderkosten von 36 bis 37 Millionen Franken pro Jahr.

Per Ende 2013 wird die weltweite Mitarbeiterzahl bei Straumann noch rund 2230 betragen, was einem Jahresabbau um etwa 200 Stellen entspricht, wie Gadola sagte. Aktuell beschäftigt der Konzern noch 2434 Personen; dies sind bereits 140 weniger als noch zu Ende des dritten Quartals 2012.

Die Basler Regierung bedauerte in einer Mitteilung den erneuten Stellenabbau bei Straumann. Sie forderte die Prüfung von Alternativen zu Entlassungen und einen grosszügigen Sozialplan. Das kantonale Amt für Wirtschaft, Soziales und Arbeit werde darauf hinwirken, dass es möglichst wenige Kündigungen gibt.

Veränderungen im Management

Die Reorganisation wirkt sich überdies auch auf die Geschäftsleitung von Straumann aus. Wie in der Telefonkonferenz heute mitgeteilt wurde, ist Frank Hemm zum Leiter der neu geschaffenen Abteilung Customer Solutions & Marketing berufen worden. Hemm war zuvor unter anderem für die Distributorenmärkte verantwortlich gewesen.

Der Leiter des Segments Prosthetics, Sandro Matter, übernimmt ausserdem die neue Position des Head Strategic Projects & Alliances. Neu in die Geschäftsleitung werden auch Wolfgang Becker, Guillaume Daniellot und Gerhard Bauer einziehen. René Willi, bisher Leiter des Geschäftsbereichts Surgical Business, verlässt nach acht Jahren den Konzern.

Anleger reagieren zwiespältig

Von den Anlegern wurde die Mitteilung vom Montagabend zwiespältig aufgenommen. Die Straumann-Aktien notierten kurz nach Mittag 2,2 Prozent tiefer, nachdem sie zwischenzeitlich noch höher gehandelt wurden.

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Analysten bezeichneten die präsentierten Umsatzzahlen für das erste Quartal als unter den Erwartungen. Andererseits steuere Straumann mit der Stellenstreichung dem Trend entgegen.

(tno/vst/sda)