Eine Reihe anstehender Börsengänge hat zum Wochenauftakt den Aktienhandel in China belastet. Am Montag kündigten zehn Unternehmen an, den Sprung aufs Parkett zu wagen.

Insgesamt peilen die Börsenkandidaten Einnahmen von umgerechnet knapp 480 Millionen Euro (drei Milliarden Yuan) an. Obwohl diese Summe vergleichsweise klein ist und die IPOs seit längerem erwartet worden waren, verfehlte die Nachricht nicht ihre Wirkung: Viele Anleger fürchteten um die Liquidität am Markt und hielten sich zurück. Ihnen fehlten nicht zuletzt auch deshalb Handelsimpulse, weil die Tokioter Börse wegen eines Feiertags geschlossen blieb.

Rätselhaftes Verschwinden

Der Index der Börse in Shanghai schloss 0,5 Prozent schwächer. Beim CSI 300, in dem die grössten Unternehmen aus Shanghai sowie Shenzhen zusammengefasst sind, betrug das Minus 0,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans lag 0,3 Prozent im Minus, die Börse in Hongkong notierte 0,6 Prozent leichter.

In Hongkong sorgte der Finanz-Grossmakler Guotai Junan International Holdings für Aufsehen. Die Firma erklärte, ihr Chef Yim Fung sei seit Mitte vergangener Woche nicht mehr auffindbar und werde von seinem Vize Wong Tung Ching vertreten. Vor knapp einem Jahr hatte das Unternehmen mitgeteilt, Korruptionsfahnder seien in Wongs Wohnung gekommen und hätten ihn zur Kooperation bei ihren Ermittlungen aufgefordert. Die Guotai-Papiere brachen um zwölf Prozent ein.

(sda/dbe/hon)