Aus einer Mitte Mai vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Studie geht hervor, dass eine Mehrheit der Schweizer Wohnbevölkerung an Weiterbildungsaktivitäten teilnimmt - vier von fünf Leuten.

Dabei kann es sich entweder um Angebote der nichtformalen Bildung handeln, die nicht zu einem offiziell anerkannten Diplom führen: Etwa Kurse, Privatunterricht, Seminare, Tagungen bzw. Workshops. Oder es kann sich um eine der Formen des informellen Lernens handeln: Etwa die Lektüre von Fachliteratur oder das Anwenden von Lernsoftware.

Die neuen Daten zum Weiterbildungsmarkt stammen aus dem Spezialmodul der Schweizerischen Arbeitskräfteerhe-bung (SAKE), an der für 2009 insgesamt 50 000 Personen teilgenommen haben. Sie zeigt, dass fast 80% der ständigen Schweizer Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren innerhalb der vergangenen zwölf Monate vor der Befragung an mindestens einer Weiterbildungsaktivität teilgenommen haben: 45% an nichtformaler Bildung sowie an informellem Lernen, 29% nur an informellem Lernen, 5% nur an nicht-formaler Bildung.

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Das informelle Lernen erweist sich als die am häufigsten verwendete Bildungsform: Fast drei Viertel der befragten Personen gaben an, auf mindestens eine solche Methode zurückgegriffen zu haben. Die Angebote der nichtformalen Bildungsform stiessen auf ein weniger grosses Interesse und wurden von der Hälfte der befragten Personen genutzt. Was vor allem geschäftlich motiviert war: 72% der Teilnehmer übten diese Art der Weiterbildung aus beruflichen Gründen aus, während nur 15% ausserberufliche Gründe dafür geltend machten. Die restlichen 13% gaben sowohl berufliche als auch ausserberufliche Gründe an.

Generell bilden sich Männer nach wie vor leicht häufiger weiter als Frauen: Die Quote beträgt für die nichtformale Bildung 51% bei den Männern gegenüber 47% bei den Frauen, für das informelle Lernen beläuft sich die Quote auf 77% bzw. 72%. Es ist allerdings festzustellen, dass Männer und Frauen unterschiedliche Ziele verfolgen: Die Frauen zeigen ein klar grösseres Interesse an ausserberuflichen Möglichkeiten als die Männer.

Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) ist eine Stichprobenerhebung bei den Haushalten mit Telefonanschluss, die auf einer repräsentativen Zufallsauswahl basiert. Seit 1991 wird die Studie jährlich vom Bundesamt für Statistik durchgeführt. Wie bereits 1996, 1999, 2003 und 2006 war die Weiterbildung 2009 einer der Nachfrageschwerpunkte in der SAKE - wie er leider nur alle drei Jahre vorgesehen ist.