Mit Parolen über Vertrauen, Partnerschaft und Ehre hat Victor Vekselberg am Swiss Economic Forum (SEF) in Thun vor versammelten Schweizer Wirtschaftsführern für sich geworben. Der russische Milliardär besitzt über seine Beteiligungsfirma Renova Mehrheiten an den Industriefirmen Sulzer sowie OC Oerlikon und will in der Schweiz offenbar weiter in Unternehmen investieren.

Die Liste von möglichen Kandidaten ist ziemlich lang. «Ich kann mir Unternehmen aus sämtlichen Branchen vorstellen, die Vekselbergs aktuelles Engagement vertikal verstärken», glaubt Osec-CEO Daniel Küng. Vekselberg, den er bei früheren Gelegenheiten persönlich kennen gelernt hat, habe bei ihm einen absolut glaubhaften Eindruck hinterlassen. «Er ist Unternehmer und nicht Financier.»

Küng ist überzeugt, dass Vekselberg mit seinen Engagements in der Schweiz langfristige Absichten hegt. Als Vollblutunternehmer habe er viel Gespür für das Identifizieren und Ausnutzen wirtschaftlicher Potenziale und könne daher eine Chance für die gesamte Schweizer Wirtschaft sein.

Chancen für die Schweiz

Vekselbergs Hauptaktivitäten sind im Bereich Aluminium und Erdgas angesiedelt. «Nicht auszuschliessen sind bei ihm aber auch Engagements in ganz neuen Segmenten, wohl in den meisten Fällen mit einem starken Bezug zum Absatzmarkt Russland», vermutet Küng.

Zu Vekselbergs Zuhörern gehörten beim SEF eine ganze Reihe von CEO aus Schweizer Unternehmen, die für ein Engagement Vekselbergs eventuell Potenzial hätten. Darunter Valentin Chapero von Sonova oder Riet Cadonau von Ascom. Sie alle wollen sich weder zu Vekselbergs Auftritt noch zu seinen Aktivitäten in der Schweiz äussern. «Seine Person und seine Geschäftsphilosophie hat er auf interessante Weise dargestellt», findet Peter Pauli, CEO des Maschinenherstellers Meyer Burger. Vekselbergs Aktivitäten kommentierte auch er jedoch nicht.

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Eine Ausnahme unter den schweigsamen CEO bildet Edgar Oehler, Inhaber von Arbonia Forster. Er ist von Vekselberg begeistert und hofft, dass dieser verstärkt in der Schweiz investiert.

So denkt auch SEF-Co-Organisator Peter Stähli. Für die Schweiz sieht er dank Vekselbergs Engagement hervorragende Chancen und spricht damit das riesige Potenzial des russischen Absatzmarktes an. Stähli ist überzeugt, dass der Russe ehrliche und langfristige Absichten hegt. «Vekselberg schätzt das vorhandene Know-how und die Innovationskraft der Schweiz als strategische Erfolgsfaktoren für die Zukunft ein.»