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Finma-Verfahren
Vincenz hat Put-Optionen auf Raiffeisen-Tochter

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Pierin Vincenz: Ärger mit der Finma.Quelle: Keystone

Ex-Raiffeisen-Chef Vincenz hat Put-Optionen auf die Bank-Tochter Investnet, die im Fokus der Finma steht. Mit den Optionen kann Vincenz seinen Investnet-Anteil bald wieder an die Bank verkaufen. Die Bewertungsformel stammt aus seiner Zeit als Raiffeisen-Chef.

Von Sven Millischer
am 22.11.2017

Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz hält Put-Optionen auf die Raiffeisen-Tochter Investnet, die es ihm erlauben, seinen 15-Prozent-Anteil am KMU-Finanzierer in zweieinhalb Jahren wieder an die Genossenschaftsbank zu verkaufen. Dies schreibt die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe. Der künftige Verkaufspreis der Investnet-Anteile bemisst sich an einer Bewertungsmethodik, die festgelegt wurde, als Vincenz noch als Raiffeisen-Chef amtete.

Der Sachverhalt stellt einen weiteren möglichen Interessenkonflikt in Vincenzʼ Investnet-Investment dar, das die Finma derzeit im Rahmen eines Enforcement-Verfahrens gegen den Ex-Chef und die Raiffeisen untersucht. Aus dem Umfeld des Bündner Bankers ist zu hören, dass Vincenz an dieser «Formel» nicht «aktiv und direkt» mitgewirkt habe. Vielmehr soll die Bewertungsfrage zwischen Finanzexperten der Raiffeisen Bank und den beiden Investnet-Gründern geklärt worden sein.

Fortgang des Finma-Verfahrens

Die Put-Optionen auf den KMU-Finanzierer sind Teil eines Aktionärsbindungsvertrages zwischen der Genossenschaftsbank und den Investnet-Minderheitseignern. Zu welchen Konditionen Pierin Vincenz die Investnet-Anteile von seinem Arbeitgeber Raiffeisen übernahm, bleibt weiterhin offen. Sowohl Vincenz wie Raiffeisen schweigen dazu. Man könnte keine Auskunft geben, um nicht in den «Fortgang des Finma-Verfahrens» einzugreifen, erklärt die Bank.

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