Die News von den Bau- und Immobilienmärkten sind weiterhin gut und der Wohnungsmarkt zeigt sich dank Konjunkturresistenz in robuster Verfassung. Am Schweizer Immobilienmarkt waren kaum starke Einbrüche zu beobachten. Da jedoch die Immobilien- und Baumärkte zeitverzögert auf einen Wirtschaftsabschwung reagieren, dürften diesen Branchen gemäss Einschätzung der Konjunkturforschungsstelle der ETH KOF die schwierigen Zeiten erst bevorstehen.

Wohnungsbau hat noch Potenzial

Gegenwärtig befinden sich in der ganzen Schweiz Hochbauprojekte mit einem Investitionsvolumen von 6,3 Mrd Fr. im Bau - davon mit 2,8 Mrd Fr. knapp die Hälfte im Grossraum Zürich. Gemäss den Zahlen von Wüest&Partner erreichen die aktuell geplanten schweizweiten Immobilien-Projekte eine Höhe von über 20 Mrd Fr.

Die realen Wohnbauinvestitionen dürften 2009 trotz einer hohen Anzahl baubewilligter Wohnungen um rund 6% zurückgehen. Dies führt die Hochbauprognose der Basler Konjunkturforscher BAK darauf zurück, dass viele Bauprojekte wegen der schwierigen Wirtschaftslage um ein oder zwei Jahre verschoben werden. Dank der gemäss Bundesamt für Statistik 0,9% betragenden Leerwohungsziffer liegt aber noch einiges an Wohnbaupotenzial brach, meint dazu die KOF.

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Insgesamt verhaltener gestaltet sich der Ausblick für das kommende Jahr. Für den Wohnbau erwartet BAK 2010 erneut einen Rückgang, wobei vor allem der bis anhin robuste Mehrfamilienhausbau an Dynamik einbüsst. Die rückläufige Neubautätigkeit wird zu einem gewissen Teil durch ansteigende Umbau- und Sanierungsmassnahmen kompensiert.

Zeitlich verzögert zum konjunkturellen Einbruch erlebt der Betriebsbau 2010 einen deutlichen Investitionsrückgang von knapp 6%. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in den konjunktursensitiven Bereichen wie Lager, Hallen und Fabriken, stellt die BAK-Hochbauprognose fest. Auch im Bürobau zeichnet sich nach der regen Tätigkeit der Jahre 2008 und 2009 bedingt durch die sinkende Beschäftigung in den büroflächenintensiven Dienstleistungsbranchen (z.B. Finanzbranche) ein deutlicher Rückgang ab. Dem allgemeinen Trend zum Trotz bleibt der Hotel- und Restaurantbau dank zahlreicher Tourismus-Grossprojekte auf hohem Niveau stabil.

Trendumkehr bei den Preisen

Nachdem nun seit Jahren ein Anstieg der Immobilienpreise zu verzeichnen war, der in bestimmten Regionen einen Hang zu Übertreibungen zeigte, zeichnet sich nun eine Korrektur bei den Preisen für Wohneigentum ab. Diese dürfte mehr oder weniger stark auf die mittleren und unteren Marktobjekte durchschlagen, wie Fahrländer Partner erwartet. Demnach dürfte das Segment der Eigentumswohnungen trotz der hohen Bautätigkeit weniger stark unter Druck kommen als Einfamilienhäuser.

Konkret stellt IAZI bei den Einfamilienhäusern im 3. Quartal eine leicht positive, bei den Eigentumswohnungen eine leicht negative Preisentwicklung fest. Im Vergleich zum Vorjahr haben vor allem die Einfamilienhäuser an Boden eingebüsst. Trotz der konjunkturell bedingten Korrekturen werden die langfristigen Aussichten der Wohnungsmärkte als gut beurteilt. Marktentscheidenden Einfluss auf Immobilien hat die Zinsentwicklung.