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Vögele-CEO: «2015 wird schlechter als das Vorjahr»

Markus Voegeli: Der CEO fühlt sich manchmal wie in einem U-Boot. Keystone

Markus Voegeli steht vor dem Kraftakt, den Textilriesen Charles Vögele wieder auf Kurs zu bringen. Der CEO sagt aber klar: Auch in diesem Jahr wird es einen Verlust geben.

Veröffentlicht am 25.10.2015

Die kriselnde Kleiderkette Charles Vögele bleibt auch dieses Jahr in der Verlustzone, wie CEO Markus Voegeli in einem Interview mit der «Schweiz am Sonntag» sagt. «2014 gab es einen Verlust und 2015 wird schlechter als das Vorjahr», sagt Voegeli.

Ziel sei es aber noch immer, den Umsatzrückgang währungs- und flächenbereinigt im Vergleich zum Vorjahr zu stoppen. Und der Gewinn vor Abzug der Zinsen, Steuern und Abschreibungen solle positiv sein.

Vom Mindestkurs-Aus runtergedrückt

Er fühle sich manchmal wie in einem U-Boot, sagt der 54-Jährige weiter. «2014 tauchten wir kurz auf. Doch dann kam die Mindestkursaufgabe und wir wurden wieder runtergedrückt. Für einen kurzen Augenblick sahen wir, wie es über Wasser aussehen würde.»

Einen Lichtblick gibt es aber trotzdem: Da man die grosse Krise bereits 2011 hatte, sei man nun fit aufgestellt. «Wir haben das Portfolio bereinigt. In Ungarn schafften wir den Turnaround, Tschechien und Polen gaben wir auf, und in Deutschland und Benelux schlossen wir rund 60 Geschäfte», sagt Voegeli. «Jetzt entscheidet sich die Schlacht an der Front, in der Filiale.»

Zalando lässt Preise sinken

Der Einstieg in die zweite Saisonhälfte sei besser gewesen als in der ersten. Allerdings seien in der Schweiz die Preise gesunken, wegen Zalando und weil man die Währungsvorteile weitergegeben habe – mit negativen Auswirkungen auf den Umsatz.

Eine neue Werbebotschafterin wie zuletzt die Hollywood-Schauspielerin Penélope Cruz ist zurzeit kein Thema. Auf den Vorschlag, Ex-Ski-Star Vreni Schneider zu engagieren, sagt Voegeli: «Nichts gegen Vreni Schneider. Aber sie würde immer mit Penélope Cruz verglichen. Da gibt es noch zu viel verbrannte Erde. Daraus haben wir gelernt.»

«Weniger ist mehr»

Man habe das Sortiment modernisiert und in der Schweiz bereits über 100 der 160 Filialen umgebaut, die mehr umsetzen. Und erst jetzt sei man mit der neuen Werbekampagne gestartet.

Zudem lässt Voegeli durchblicken, dass die Vögele-Geschäfte ausserhalb des deutschsprachigen Raums veräussert werden könnten: «Dafür gibt es keinen konkreten Plan, aber ich kann es für die Zukunft nicht ausschliessen. Schritt zwei lautet sicher ‹weniger ist mehr›.»

(ise)

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