Die Investorengruppe um den italienischen Modekonzern OVS zieht bei der angestrebten Übernahme von Charles Vögele die Angebotsfrist etwas vor. Neu beginnt diese bereits am (morgigen) 20. Oktober und endet voraussichtlich am 16. November 2016, wie dem am Mittwoch veröffentlichten Kaufangebot zu entnehmen ist. Auf eine Karenzfrist wurde verzichtet. Bei Bekanntgabe der Übernahmepläne seitens OVS Mitte September hatte es geheissen, die Angebotsfrist werde voraussichtlich vom 26. Oktober bis zum 23. November dauern.

Die italienische Investorengruppe bietet 6,38 Franken in bar je Vögele-Aktie bzw. gut 56 Millionen Franken, was Mitte September einer Prämie von gerademal 2 Prozent entsprochen hatte. Am gestrigen Dienstag ging der Titel bei 6,33 Franken aus dem Handel. Das Angebot seht unter der Bedingung einer Mindestkontrollquote von 70 Prozent, bis Ende 2016 soll die Übernahme abgeschlossen sein.

Unterstützung vom Verwaltungsrat

Der Charles-Vögele-Verwaltungsrat unterstützt das Angebot und empfiehlt es einstimmig zur Annahme. Die Vögele-Aktien sollen nach Abschluss der Transaktion von der Schweizer Börse dekotiert werden. Auch die Marke Charles Vögele wird bei einem erfolgreichen Ausgang der Übernahme verschwinden.

Charles Vögele werde zu einer ausserordentlichen Generalversammlung einladen, welche während der Nachfrist des Angebots stattfinden soll, schreibt das Unternehmen in einer separaten Mitteilung. Den Aktionären würden an der Veranstaltung die durch die übernehmende Investorengruppe bestimmten Verwaltungsrats-Kandidaten vorgeschlagen.

Speed für Expansionspläne

Dies setze voraus, dass das Angebot nach der Angebotsfrist als zustande gekommen erklärt wird. Detailliertere Informationen zur GV und zu den sich zur Wahl stellenden Personen würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben, heisst es.

OVS verspricht sich von der Übernahme eine Beschleunigung der internationalen Expansion seiner Marke. Im Geschäftsjahr 2015 erzielte das an der italienischen Börse kotierte Unternehmen einen Nettoumsatz von 1,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Charles Vögele erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von gut 0,8 Milliarden Franken und erlitt dabei einen Verlust von 62 Millionen Franken. Im ersten Halbjahr 2016 lag der Fehlbetrag bei 32 Millionen Franken.

(awp/ise)

Anzeige