Laut der «Schweiz am Sonntag» will der neue Charles-Vögele-CEO Markus Voegeli die hohen Bankkredite des Unternehmens sobald wie möglich zurückbezahlen. Anfang 2012 hatte Charles Vögele bekannt gegeben, dass man eine Kreditvereinbarung über 255 Millionen Franken mit einem Bankenkonsortium abgeschlossen habe.

Der Kredit, der Mitte 2015 fällig wird und unter der Führung der UBS erteilt wurde, lastet seither wie ein Damoklesschwert über dem angeschlagenen Modehaus. Zudem ist die Nettoverschuldung im ersten Halbjahr von 115 auf 122 Millionen Franken angestiegen.

Gut vernetzter Präsident

Hohe Zinszahlungen sowie strenge Covenants-Bestimmungen engen Vögele ein: Erreicht das Unternehmen bestimmte definierte Geschäftsziele nicht, so muss es mit Strafen rechnen, wie etwa der sofortigen Kündigung des Kredits. Voegeli, der gleichzeitig auch Finanzchef des Traditionsunternehmens ist, arbeitet nun laut «Schweiz am Sonntag» mit Hochdruck daran, den Kredit zu attraktiveren Konditionen refinanzieren zu können.

Dabei dürfte er sich auf das Netzwerk von Vögele-Präsident Hans Ziegler stützen. Ziegler agierte im Fall Erb als Sanierer. Die UBS war grösste Gläubigerin. Seither wird Ziegler eine Nähe zur Grossbank nachgesagt. Diese Woche gab Charles Vögele seine Halbjahreszahlen bekannt, die für eine kleine Prise Optimismus sorgten: Der Reinverlust sank auf 21 Millionen Franken – nach einem Minus von 54 Millionen Franken in der Vorjahresperiode.

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Vögele steht nicht zum Verkauf

Eine Option, welche Markus Voegeli mittlerweile ausschliesst ist ein Verkauf. Im Interview mit dem «Sonntagsblick» sagte der neue Chef des Unternehmens: «Wir stellen uns nicht aktiv zum Verkauf! Wir wollen die Firma sanieren und dann wieder angreifen».

Dazu gehört auch, dass noch in diesem Jahr wieder Herren- und Damen-Unterwäsche ins Sortiment genommen wird. Insgesamt werde das Sortiment aber «um 20 Prozent verkleinert». Ob Vögele weiter auf dem Problem-Markt Ungarn aktiv bleibt, will Voegeli noch in diesem Jahr entscheiden. Dagegen stehe fest: «Die Benelux-Märkte gehören bis auf weiteres zur Gruppe».

Zum Grossaktionär Migros und dessen unklaren Absichten mit ihrer Beteiligung an Charles Vögele sagt Voegeli, «das Verhalten der Migros ist jedenfalls das eines Finanzinvestors». Es sei «nie ein Thema» gewesen, dass Migros-Vertreter in den Vögele-VR einziehen, auch über das Immobilien-Portfolio von Vögele «wurden wir nie angesprochen».

(jev)