Der deutsche Discounter Aldi Süd befürchtet Engpässe bei Eiern wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe. Aufgrund einer dreitägigen Liefersperre für alle Geflügelprodukte aus den Niederlanden könnten Eier in Filialen knapp werden, teilte das Unternehmen mit. Die Unternehmensgruppe betreibt mehr als 1800 Läden in Süd- und Westdeutschland.

In Nord- und Ostdeutschland dagegen ist Aldi Nord mit einem eigenen Filialnetz vertreten. Aldi Süd verhandelt nach eigenen Angaben mit Produzenten in anderen Ländern, um Engpässe zu vermeiden.

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«Keine Lieferengpässe in der Schweiz»

In der Schweiz sei die Situation nicht angespannt, sagt ein Aldi-Sprecher gegenüber «handelszeitung.ch». «Dank mehreren Eierlieferanten gibt es zur Zeit keine Anzeichen für Lieferengpässe.» Aldi überwache aber die Situation in Holland und England laufend, so der Sprecher. Entlastung bringen die einheimischen Produzenten. «Seit dem 1. November bieten wir in unserem Sortiment Eier aus Bio und Freilandhaltung mit dem neu eingeführten Label 'Nature Suisse' und 'Nature Suisse Bio'.» 

Nach Ausbruch der Vogelgrippe müssen in den Niederlanden rund 150'000 Legehennen eines Betriebes nahe Hekendorp im Zentrum des Landes getötet werden. Die Niederlande sind weltweit der grösste Exporteur von Eiern. Die rund 700 Farmen mit 98 Millionen Hühnern exportieren etwa sechs Milliarden Eier im Jahr. Ein Grossteil davon wird ins Nachbarland Deutschland geliefert.

Ausbruch der Vogelgrippe auch in England

In der britischen Grafschaft East Yorkshire ist die Vogelgrippe ebenfalls wieder ausgebrochen. Die Vorbereitungen zum Keulen von 6000 Hühnern und Enten haben begonnen. Die Tötungsaktion werde vermutlich noch am Dienstag erfolgen, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittag.

Auf der Geflügelfarm war tags zuvor der Erreger der auch Geflügelpest genannten Krankheit nachgewiesen worden. Britische Experten gehen davon aus, dass es einen Zusammenhang zu Fällen in Deutschland und den Niederlanden gibt, wo der Vogelgrippe-Subtyp H5N8 nachgewiesen worden war.

Vogelgrippe-Typ noch unklar

Um welchen Typ es sich auf dem britischen Hof handelt, war am Dienstag noch immer nicht klar. Das Agrarministerium bestätigte lediglich, es handele sich um einen H5-Erreger. Genauere Untersuchungen dauerten noch an. Die britischen Behörden gehen davon aus, dass für die Bevölkerung keine Gefahr besteht.

(reuters/ise)