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Erfolgreich
Volg wächst dank Tankstellenshops

Volg-Einkaufswagen: Der Detailhändler expandiert mit Tankstellenshops. Keystone

Der Detailhändler Volg will nicht in das Wehklagen seiner Konkurrenten einstimmen: Trotz Frankenstärke und Einkaufstourismus ist Volg gewachsen. Dies gelang dem Konzern mithilfe von Tankstellenshops.

Veröffentlicht am 05.04.2016

Für den Schweizer Detailhandel war 2015 ein schwieriges Jahr. Wegen der Frankenaufwertung und des Einkaufstourismus sanken die Umsätze und die Rendite. Nicht so bei Volg. Die Dorfladenkette konnte 2015 den Umsatz, die Volg Konsumwaren, die die Volg Läden beliefert, sogar die Betriebsmarge steigern.

«Wir können auf ein erfreuliches Jahr 2015 zurückblicken», sagte Volg-Chef Ferdinand Hirsig an einer Medienkonferenz in Winterthur. Das konnten in diesem Frühjahr nicht viele Chefs von Detailhandelsunternehmen sagen.

Stagnierender Umsatz in Volg-Läden

Tatsächlich wuchs die Dorfladenkette in einem schrumpfenden Markt. Wie bereits im Januar bekannt gegeben, nahm der Umsatz um 0,5 Prozent auf 1,47 Milliarden Franken zu. Gewachsen ist Volg dabei ausschliesslich mit den Tankstellenshops, die unter dem Namen TopShop firmieren. Diese Verkäufe haben um 6,3 Prozent auf 244 Millionen Franken zugenommen. In den eigenen Volg-Läden und bei den freien Detaillisten dagegen stagnierte der Umsatz.

Insgesamt blieb die Gruppe jedoch auch im vergangenen Jahr auf Wachstumskurs. Das gilt entgegen dem Branchentrend sogar für die Marge. So hat die Volg Konsumwaren, die die Volg-Läden beliefert und als einziges Unternehmen in der Volg-Gruppe Gewinnzahlen bekannt gibt, die Betriebsgewinnmarge 2015 (EBITDA-Marge) von 1,6 auf 1,7 Prozent gesteigert.

Kaum Preisdruck durch Einkaufstourismus

Hirsig nannte dafür drei Gründe. Erstens setze Volg auf Schweizer Produkte, bei denen der Wechselkurs keine Rolle spiele, sagte er. Insgesamt stammten bei Volg 70 Prozent des gesamten Sortiments aus dem Inland. Zweitens sei Volg einem geringeren Preisdruck ausgesetzt als die Grossverteiler, weil die Ladenkette auf Einkäufe für den täglichen Bedarf ausgerichtet sei.

«Für die Menge, die man bei Volg einkauft, lohnt sich die Fahrt über die Grenze nicht», sagte Hirsig. Darum spüre auch der Volg-Laden in Stein am Rhein zum Beispiel den Einkaufstourismus nicht. Schliesslich habe Volg im letzten Jahr auch erfolgreich mit den Lieferanten verhandelt. Die Verkaufserlöse sind denn auch stärker als der Warenaufwand gewachsen.

Nicht von Aktionen überzeugt

Im Geschäftsbericht weist Hirsig zudem auf einen vierten Grund hin. So führte Volg 2015 gemäss eigenen Angaben deutlich weniger Aktionen durch als die Konkurrenz. Diese habe im vergangenen Jahr die Anzahl Aktionen und die Aktionsrabatte erhöht, in der Hoffnung, damit den Umsatzrückgang zu kompensieren.

Für Hirsig ist das jedoch eine Illusion. «Aktionen freuen zwar die Konsumenten, trotzdem kaufen sie mengenmässig nicht mehr Ware ein», schreiben Hirsig und Volg-Präsident Martin Keller im Jahresrückblick. «Warum sollten sie auch? Angesichts der immer schneller werdenden Aktionskadenz muss man schliesslich nicht lange auf den nächsten Preisnachlass warten.»

Neue Läden und neue Angebote

Volg setzt denn auch in Zukunft nicht auf Aktionen. Vielmehr will der Detailhändler mit neuen Angeboten und neuen Läden wachsen. So will Volg wie schon in den vergangen Jahren weitere Tankstellenshops bauen. Es soll 4 bis 5 neue TopShops geben. In diesen ist zudem die Einführung einer neuen TopShop Eigenmarke mit Fertiggerichten geplant.

Weiterführen will Volg auch den im letzten Jahr als Versuch gestarteten Heimlieferservice in Zusammenarbeit mit der Post. «Kommerziell war der Versuch auf tiefem Niveau erfolgreich», sagte Hirsig dazu. Darum werde jetzt auch ein Ausbau dieses Lieferservices geprüft. Den Start ins Jahr bezeichnete Hirsig als «verhalten». Für das Gesamtjahr erwartet er dennoch einen Umsatz auf Vorjahresniveau.

(sda/mbü)

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