Bereits aus der Definition des Schmerzes durch den internationalen Schmerzverband IASP ergeben sich die ersten Überlegungen für das Verständnis von Schmerz und den Behandlungsoptionen. Die Definition lautet: «Pain is an unpleasant and emotional experience associated with actual or potential tissue damage, or described in terms of such damage.»

Aus dem ersten Teil der Definition stechen die Worte «unpleasant» und «emotional» heraus. Schmerz ist eines der unangenehmsten sinnlichen Erlebnisse des Menschen, auch wenn sich jeder bewusst ist, dass Schmerz als Alarmsignal für einen Gewebeschaden überlebenswichtig ist. Diese Erfahrung ist häufig zutiefst verunsichernd, beängstigend oder zumindest unangenehm. Schmerz ist immer ein emotionaler und kognitiver Prozess. Diese psychischen Anteile sind nicht nur Begleiterscheinungen und Folgen des Schmerzes, sondern spielen in dessen Entstehung und Aufrechterhaltung eine entscheidende Rolle.

Schmerztherapie

Im Rahmen eines evidenzbasierten, strukturierten und interdisziplinären Schmerzprogrammes (Zurzacher Interdisziplinäres Schmerzprogramm), das an den RehaClinic-Standorten Bad Zurzach, Baden und Braunwald angeboten wird, sollen die Lebensqualität gesteigert und die Reintegration in den Alltag erleichtert werden. In der Regel erfolgt hierfür ein vierwöchiger Rehabilitationsaufenthalt.

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Zielsetzung des Programms ist es, dem weiteren Chronifizierungsprozess durch Abbau von Vermeidungs- und Schonverhalten, Überwinden des Bewegungsmangels, Erfassen und Abbau der phychosozialen Belastung sowie Behandlung von negativer Befindlichkeit und negativem Denken entgegenzuwirken. Es soll ein Ausstieg aus der Arbeitswelt vermieden, eine Verbesserung der Belastbarkeit sowie eine Schmerzlinderung und Reduktion anderer belastender Symptome erreicht werden.

Nebst einer interdisziplinären ärztlichen und psychologischen Betreuung beinhaltet das Zurzacher Interdisziplinäre Schmerzprogramm Anwendungen aus Physiotherapie, Entspannungstherapien, Ergotherapie, Kreativtherapie, Bewegungsanalysen, Humor- und Gartentherapie, chinesischer Medizin etc. und verfolgt einen integrativen Ansatz, um den Bedürfnissen des Betroffenen sowie dessen Lebens- und Alltagsbedingungen gerecht zu werden. Die Patienten nehmen zudem am Informationsmodul «Aktiv gegen Schmerzen» teil.

Hierdurch erhalten sie Wissen über den Körper, das Nervensystem und die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Faktoren wie Arbeit, Familie, Gedanken und Gefühle und dem Einfluss auf ihren Schmerz. Durch Steigerung der Selbstkompetenz sollen im Alltag gelebte alte, schädigende Lebensmuster vermeidbar werden.

Behandlung akuter Schmerzen

Neben unserer Kompetenz in der Rehabilitation von chronischen Schmerzen wird das Angebot für die Patienten seit neuestem durch die Interventionelle Schmerztherapie zur Behandlung akuter Schmerzursachen weiter vervollständigt. Bei Nachweis einer geschädigten Gewebestruktur als Ursache des Schmerzes kann, dank eines minimalinvasiven Verfahrens für den Patienten - bei örtlicher Betäubung - schonend und sehr gut verträglich eine Linderung herbeigeführt werden. Diese direkte Behandlung ermöglicht eine effektive Schmerzreduktion. Sowohl diagnostisch wie auch therapeutisch zeigen diese Schmerzinterventionen besonders im Bereich der Wirbelsäule einen grossen Nutzen.