Volkswagen will die Bonuszahlungen an Vorstände wegen der Abgaskrise kräftig senken. «Aufsichtsrat und Vorstand sind sich einig, dass angesichts der aktuellen Lage des Unternehmens ein Zeichen auch beim Thema Vorstandsvergütung gesetzt werden muss», teilte der Wolfsburger Konzern am Mittwoch mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters vom Vorabend.

Derzeit würden verschiedene Modelle diskutiert und abgestimmt, hiess es in der knappen Pressemitteilung weiter. Zur Höhe der geplanten Einschnitte machte VW keine Angaben. Konzernchef Matthias Müller soll einem Medienbericht zufolge eine 30-prozentige Kürzung angestrebt haben. Die Kürzung gelte rückwirkend auch für Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, der zuvor Finanzvorstand von Volkswagen war. Die Neuregelung soll in der Aufsichtsratssitzung am Freitag nächste Woche verabschiedet werden.

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Arbeitnehmer müssen auf Gewinnbeteiligung verzichten

Volkswagen hatte im September zugegeben, millionenfach Diesel-Abgaswerte manipuliert zu haben. Angesichts der drohenden Strafen und Schadensersatzforderungen muss der Konzern Milliardensummen zur Seite legen und kräftig sparen.

Europas grösster Autobauer war deswegen im dritten Quartal erstmals seit vielen Jahren in die roten Zahlen geraten. Einige Analysten rechnen auch für das Gesamtjahr mit einem Verlust. Die VW-Arbeitnehmer müssen für 2015 auf die sonst übliche Gewinnbeteiligung verzichten. Sie erhalten stattdessen eine sogenannte Anerkennungsprämie, über deren Höhe derzeit verhandelt wird.

(reuters/sda/cfr/ama)