Das letzte Jahr war ein gutes Rohstoffjahr. Breit aufgestellte Rohstoffindizes konnten zwischen 20 und 30% zulegen. Auch für die Zukunft sind Rohstoffexperten wie die Rohstofflegende Jim Rogers optimistisch. Dabei hält Rogers Agrarrohstoffe für günstiger bewertet als andere Rohstoffe und geht davon aus, dass sich die Preise in den kommenden zehn Jahren vervielfachen könnten. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es derartige Entwicklungen im Agrarrohstoffsektor bereits gegeben hat. So stieg der Zuckerpreis im letzten Bullenmarkt innerhalb von acht Jahren um das 47-Fache. Kaffee und Kakao verzehnfachten sich während der vergangenen Preishaussen der 70er-Jahre.

Auch in der Schwäche Potenzial

Auch 2009 konnten einige Agrarrohstoffe wie Zucker, Baumwolle und Orangensaft kräftig an Wert zulegen. Weizen, Mais und Sojabohnen hinken diesem Trend noch deutlich hinterher und könnten daher noch über Nachholpotenzial verfügen. Für Agrarrohstoffe spricht, dass sie das Potenzial haben, sich auch in konjunkturell schwachen Zeiten stabil zu entwickeln. So muss eine wachsende Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Anders als zum Beispiel Energierohstoffe lassen sich Agrarrohstoffe weniger gut ersetzen beziehungsweise die Nachfrage lässt sich weniger gut über den Preis regeln. Zudem könnte im Falle einer schwachen Wirtschaft eine fortgeführte expansive Geldpolitik der globalen Notenbanken für ein Investment in Sachgüter sprechen.

Anleger haben mehrere Möglichkeiten, an der Preisentwicklung von Agrarrohstoffen zu partizipieren. Eine Variante ist der Kauf von Aktien aus dem Agrarsektor. Hier die aussichtsreichsten Aktien herauszufiltern, dürfte für die meisten Anleger mit einem hohen Zeitaufwand verbunden sein. Besser geeignet sind Indexzertifikate oder Fonds, die einen breiten Markt abdecken und helfen, das Risiko zu diversifizieren. Ein Vorteil des Aktien-Investments ist, dass sich Anleger keine Gedanken um die Auswirkungen von Roll-Effekten machen müssen. Allerdings kommt mit einem Aktienengagement immer auch das unternehmensspezifische Risiko ins Spiel.

Anzeige

Futures für Private ungeeignet

Ein direkteres Investment in Agrarrohstoffe ist über Futures-Kontrakte möglich. Futures sind jedoch für private Anleger eher ungeeignet, da hier spezifisches Wissen, der Zugang zur Terminbörse und vergleichsweise hohe Mindestanlagen ein Investment erschweren. Abhilfe schaffen hier strukturierte Produkte oder ETF, welche einzelne Agrarrohstoffe oder Agrarrohstoffindizes verbriefen und in kleinen Stückelungen als Wertschriften an der Börse handelbar machen. Strukturierte Produkte bieten den Vorteil, dass sie individuelle Anlegerbedürfnisse bezüglich erwarteter Rendite und Risiko bedienen können. Tracker-Zertifikate bilden die Preisentwicklung einzelner Rohstoff-Futures oder von Rohstoffindizes (abzüglich Gebühren) ab. Konservative Investoren haben die Möglichkeit, in kapitalgeschützte Agrarrohstoffprodukte zu investieren, welche das eingesetzte Kapital per Verfall zum Bespiel zu 90 oder 100% schützen. Auch Produkte zur Renditeoptimierung mit Coupons (Barrier Reverse Convertibles) oder Produkte mit möglichem Risikopuffer und Bonusrendite (Bonuszertifikate) stehen zur Verfügung. Anleger können sogar gehebelt mit Warrants und Mini Futures auf einzelne Agrarrohstoffe bestimmte Trends verfolgen. Mit Mini-Future-Short-Zertifikaten können Anleger fallende Kurse in Rendite verwandeln und zum Beispiel ein Agrarrohstoffportfolio gegen sinkende Kurse absichern.

Grundsätzlich sollten Anleger beachten: Wer in Rohstoffe investiert, investiert in der Regel auch in den Dollar, da die meisten Rohstoffe in Dollar gehandelt werden. Daraus ergibt sich ein Währungsrisiko. Wer das Wechselkursrisiko ausschalten möchte, findet in der Welt der strukturierten Produkte entsprechende Ausführungen.