CEO und Manager sind häufig intellektuell einsame Wesen. Sie führen zwar Firmen mit Hunderten oder Tausenden von Mitarbeitern, treffen wichtige Entscheide, denken in strategischen Dimensionen - doch sie bewegen sich in Kreisen mit Gleichgesinnten. Der Austausch mit ganz anders tickenden Menschen, mit Wissenschaftern beispielsweise, die in vollkommen anderen Grössenordnungen denken und ihr Leben einem einzigen Protein, dem Urknall oder dem Hirn verschreiben, findet kaum je statt. Und genau dies ist das Ziel von ZURICH.MINDS und seinem Co-Founder Rolf Dobelli. Was er zusammen mit Pascal Forster, Thomas Ladner und Hans-Jörg Rufener vor zwei Jahren als Experiment initiierte, nämlich intelligente Unternehmer und Wissenschafter zusammenzubringen, hat sich mittlerweile als feste Plattform, als exklusives Networking der etwas anderen Art etabliert und wird von den Teilnehmern durchs Band gelobt.

 

Die gegenseitige Befruchtung funktioniert. Claudio Feser, CEO von McKinsey Schweiz, sprach in seinem Referat über «The Power of Strategy». Für die anwesenden CEO eine Auffrischung altbekannter Theorien, für die Wissenschafter Neuland. Und prompt nahm Helmut Bertalanffy, Hirnchirurg an der Universität Zürich, in seinem Referat das Gehörte auf. Während er Filmsequenzen über Hirnoperationen kommentierte, interpretierte er den Strategiebegriff: «Wie gelange ich mit Millimeterschnitten zum bösartigen Tumor, ohne Arterien und Nervenbahnen zu beschädigen und das Leben des Patienten zu gefährden?» Oder Geo Robson, Ingenieur an der ETH Zürich und Basejumper, erklärte, wie er seine Anzüge aerodynamisch verbessern könne, um noch länger durch die Lüfte zu segeln. Christoph Franz, Lufthansa-Konzernleitungsmitglied und ehemaliger Swiss-Chef, hörte den abenteurlichen Flugbeschreibungen mit Interesse zu. Inspiration pur, vermischt mit einer Portion Sarkasmus, bot der Gastredner, der Philosoph Daniel Dennett. Wenns um den Menschen geht, hält er sich an die Evolution.