Die Krise geht zwar auch an Skoda nicht völlig spurlos vorbei. Für die ersten vier Monate 2009 meldete die Amag, die Importeurin der VW-Konzernmarken VW, Audi, Seat und Skoda in der Schweiz, ein Absatzminus für die tschechische Marke von 6,7% (3672 Neuimmatrikulationen für 2009 gegenüber 3936 im Vorjahr). Im Schnitt allerdings liegt das Minus f ür alle Marken in der Schweiz im analogen Zeitraum bei 11,8%. Deshalb gibt sich Skoda-Markenchef Donato Bochicchio für das laufende Jahr optimistisch. Er begründet seine Zuversicht mit Neuheiten sowie der Modernisierung bestehender Modelle.

Skoda möchte so nahe wie möglich an das Rekordergebnis aus dem letzten Jahr herankommen. Für 2008 weist die Statistik der Importeurs-Vereinigung Auto-Schweiz 8990 verkaufte Skoda-Modelle aus, ein stolzes Plus von 21,7% im Vergleich zu 2007.

Modernisierung des Top-Sellers

Die Modernisierung des seit nunmehr 50 Jahren in einer Stückzahl von 2 Mio Einheiten gebauten Skoda Octavia kam im Januar so gesehen zum richtigen Zeitpunkt. Die Neuerungen am Octavia der jüngsten Generation basieren auf drei Elementen: Dem Karosseriedesign, dem Interieur und den Motoren. An der Karosserie nahmen die Designer am Vorderwagen einige Retuschen vor. Beispielsweise wurde der Kühlergrill mit seiner verchromten Umrandung und den senkrecht stehenden Lamellen stärker betont. Oben in der Mitte der Umrandung ist das Logo, ein geflügelter Pfeil, angebracht. Das Markenzeichen soll, heisst es in einer Randnotiz aus der Firmengeschichte, auf die Leidenschaft der Firmengründer Vaclav Laurin und Vaclav Klement für Indianer zurückzuführen sein.

Schwergewicht Allradantrieb

Eine Änderung gibt es auch bei den Scheinwerfern. Sie wurden vergrössert und sind, als Option, mit einem Schwenkmodul (Kurvenlicht) sowie Xenon-Leuchten ausgestattet.

Beliebt bei der Kundschaft wurde der Octavia vor allem wegen seiner grosszügigen Platzverhältnisse und - speziell in der Kombi-Variante - wegen seines voluminösen Stauraums. Die Platzverhältnisse, etwa für die im Fond sitzenden Personen, werden vom Hersteller immer wieder betont. Den oft vollmundig formulierten Versprechen in den Werbebotschaften kann in der Causa Octavia nicht widersprochen werden. Positiv zu vermerken sind ferner die hochwertigen Materialien zur Auskleidung der Fahrgastzelle.

Anzeige

In der Schweiz steht für die Kundschaft der Octavia Kombi, oft kombiniert mit Allradantrieb und mit einem der drei besonders sparsamen Dieselmotoren, im Vordergrund. Fast 80% der Bestellungen entfallen auf eine der Kombi-Varianten. Als besonderer technischer Leckerbissen gilt das aus den VW-Regalen stammende, als Option lieferbare 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Breite Modellpalette

Doch die Skoda-Modellpalette umfasst noch einige weitere Trümpfe. Angefangen beim Kleinwagen Fabia auf der Plattform des VW Polo, der sich vor allem in Ost- und Südeuropa einen beträchtlichen Marktanteil sichern konnte, über den Octavia bis zum Flaggschiff, der Limousine Superb. Obwohl in kleineren Stückzahlen gebaut, konnte Skoda mit ihr auf bestimmten Märkten in der Oberklasse Fuss fassen. Auch in der Schweiz entscheiden sich vermehrt Kunden für diese Limousine, bietet sie doch für einen fast schon beispiellos zu nennenden Preis von gegen 50000 Fr. viel Luxus.

Und im Segment der sogenannten Crossover ist Skoda mit dem Roomster vertreten, dessen Name viel über die Platzverhältnisse und den Verwendungszweck des Fahrzeugs aussagt. Besonders aber freut sich Markenchef Bochicchio auf den Kompakt-SUV mit dem Namen Yeti. Seine Markteinführung in der Schweiz ist für Ende September vorgesehen. Schon im Sommer lanciert Skoda für den Octavia die «Green Line», eine besonders sparsame Version. Eine weitere Neuheit wird mit der Kombi-Variante des Flaggschiffs Superb auf der IAA in Frankfurt dem Publikum vorgestellt.

Der Weg mit Volkswagen

Seit 1991 der Volkswagenkonzern Skoda als vierte Marke gekauft hat, nachdem eine Kooperationsvereinbarung mit Renault nicht zustande gekommen war, hat sie einen weiten Weg zurückgelegt. Sie galt zwar auch schon im Ostblock als Geheimtipp, doch erst mit technischer Hilfe von Volkswagen ist es den Tschechen gelungen, wieder an die Tradition der Vorkriegszeit anzuknüpfen, als Skoda als Qualitätsmarke galt. Allerdings hat die Medaille auch eine andere Seite. Denn nicht wenige Kunden stellen sich die Frage, warum sie sich für die teureren VW-Modelle entscheiden sollen, wenn sie praktisch dieselbe Technik und Qualität bei Skoda erhalten. Für Volkswagen ist das momentan zwar kein Thema, doch wenn sich die Wirtschaftslage weiter verschlechtert, könnte das sehr wohl der Fall sein.

Anzeige