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Interview mit Dr. Volker Lange
Vom Prozess zum Service

Dr. Volker Lange

Lebensmittelsicherheit, Mikroelektronik und Logistik verzahnen sich zu einer komplexen Lebensmittelkette. Dabei hilft auch die Wissenschaft.

Von Dachser
am 18.10.2013

Ein Gespräch mit Dr. Volker Lange, Leiter Verpackungs- und Handelslogistik am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund. 

Frisches von A nach B zu bringen: Reicht das noch als Konzept einer zukunftsfähigen Lebensmittelmittel-Logistik?
Dr. Volker Lange:

Nein. In der Lebensmittellogistik sind die Komplexität und die Dynamik der logistischen Systeme und des Marktes deutlich gestiegen. Die Frische der Ware ist der zentrale Mehrwert, den es nicht nur an den Ausgangs- und Endpunkten, sondern während des gesamten Transports sicherzustellen gilt. Hier können wir mittlerweile auf viele Innovationen, zum Beispiel in der IT-Technologie, zugreifen, die eine permanente Überwachung und lückenlose Transparenz ermöglichen. Dazu zählen unter anderem auch Kenntnisse über Herkunfts informationen und zunehmende Anforderungen an eine bessere Rückverfolgbarkeit.

Lebensmittel sind sensible Güter. Wie verändern sich die Anforderungen an eine lückenlose und sichere Versorgung – gerade zu saisonalen Spitzenzeiten?
In der Logistik geht es grundsätzlich darum, den Material- und Informationsfluss möglichst zu synchronisieren. Zentrale Fragen sind zum Beispiel: Wie steht es um den verfügbaren Frachtraum? Wie kann ich ihn optimal nutzen? Mit welchen Umschlagsgeschwindigkeiten kann ich planen? Wie manage ich Vollgut und Leergut? Um zukunftsfähige Antworten geben zu können, müssen wir die physische mit der virtuellen Welt besser vernetzen. Das ist die große Herausforderung für die Zukunft.

Wie verändert sich die Logistik, wenn der Material- und der Informationsfluss besser synchronisiert sind?
Wir bewegen uns in der Logistik vom physischen Prozess in Richtung einer serviceorientierten Logistik „on demand“. Es geht zunehmend um eine Dienstleistung, die Transport, Planung, Organisation und Steuerung mit intelligentem IT- und Wissensmanagement verbindet. Hierzu müssen wir auf möglichst viele Informationen zugreifen können. Erst dann haben wir die Möglichkeit, die gesamte Kette effizient zu steuern und neue Zeitfenster zu öffnen. Auf dieser Grundlage lässt sich optimal wertschöpfend planen.

Was kann und muss die Forschung leisten, um die Lebensmittellogistik weiter voranzutreiben?
Die Wissenschaft sucht und findet mit ihren Partnern Antworten auf die Frage, wie technologische Innovationen, IT und Wissenschaftsmanagement zu ganzheitlichen Lösungen geführt werden können. Wenn uns die intelligente Verbindung der virtuellen und physischen Welt gelingt, sind wir auf einem guten Weg.

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