Die derzeitige Finanzkrise stellt das Universum der strukturierten Produkte zweifellos auf eine harte Probe. Diese Produkte decken die verschiedensten Bereiche und das gesamte Komplexitätsspektrum ab, doch bei Privatanlegern stehen seit drei Jahren hauptsächlich Produkte mit ansprechender Rendite und einem mit Aktien vergleichbaren Risiko hoch in der Gunst. Folglich bezeichnen wir dies als «Sammlertrend», weil Produkte eher aufgrund des Renditeprofils als aufgrund des Risikos gewählt werden. Mit dem Einbruch der Börsen ist bei zahlreichen Produkten der bedingte Schutz weggefallen, sodass sie heute ein reines Aktienrisiko aufweisen. Die Anleger haben die mit einer steigenden Volatilität und einer abnehmenden Korrelation verbundenen Risiken häufig vernachlässigt. Die aktuelle Krise wird jedoch Änderungen in diesem Bereich mit sich bringen. Die strukturierten Produkte dürften in Form und Verwendung feiner gestaltet werden und sich vor allem noch genauer nach den unterschiedlichen Vorgaben der Anleger richten.

Verschiedene Modelle können angewendet werden, damit Anleger solche Produkte ungeachtet der Marktverhältnisse optimal einsetzen können. Ein Ansatz ist beispielsweise die Erarbeitung von Vorschlägen für Investoren – im Gegensatz zu den vorher erwähnten Sammlern – in Zusammenarbeit mit den Analyse- und Strategieteams. Die systematische Analyse der verschiedenen Marktparameter (Zins, Volatilität, Korrelation, Forward, Dividenden) erlaubt es, individuelle Lösungen vorzuschlagen, die den Erwartungen des Vermögensverwalters und der Risikoneigung des Kunden am besten entsprechen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um mit dem Kunden eine Vertrauensbeziehung aufzubauen, dem ein strukturiertes Produkt nur empfohlen werden sollte, wenn es gegenüber einer Direktanlage oder einer Investition in eine andere Vermögensklasse einen erkennbaren Vorteil aufweist.

Das oberste Gebot lautet aber in jedem Fall: Nicht auf jeden Modetrend aufspringen. Dies geschieht relativ häufig, da strukturierte Produkte Zugang zu vielen ungewohnten Basiswerten bieten. Damit jeder Kunde das für ihn passende Produkt auswählen kann, stehen oftmals verschiedene strukturierte Module zur Verfügung, damit der Anleger gemäss seinem Profil unter verschiedenen Portfoliotypen wählen kann. Meist stehen drei Profile zur Auswahl, die beispielsweise folgendermassen aussehen können: «Garantie» – garantiert bei Fälligkeit die Rückzahlung des investierten Betrags, «Rendite» – strebt eine Rendite bei einem geringen Risiko an; «Partizipation» – will mit einer geschickten Produktauswahl die Performance optimieren. Die genannten Analyse- und Strategieteams sind schliesslich für die Umsetzung der Modelle verantwortlich.

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Trotz der derzeitigen Turbulenzen, die in einem stark expandieren Markt nichts als normal sind, dürfte der Einsatz von strukturierten Produkten in Privatportfolios weiterhin im Trend bleiben.