Der 370Z eignet sich ausgezeichnet als Feindbild. Ein etwas über 4 m langes, 1,8 m breites und 1,3 m flaches Kraftpaket. Sein Antrieb: Ein 3,7-l-V6-Motor mit einer Leistung von 331 PS. Und dann noch der CO2-Ausstoss von 249 g/km. Der Aufschrei ist förmlich zu hören: Umweltschützer aller Länder vereinigt euch gegen solchen Unsinn!

Aber muss jeder Unsinn, der Spass macht, unbedingt gleich verboten werden? Denn schliesslich lässt sich selbst mit «unsinnigen Dingen» verantwortungsvoll umgehen, ohne dass es der Lust Abbruch tut. Sprich: Ein 370Z kann vernünftig gefahren und unter der 10-l-Verbrauchsgrenze gehalten werden. Zudem: Der neue 370Z erfüllt alle aktuellen gesetzlichen Vorschriften. Und nicht zu vergessen: Er ist kein Massenprodukt.

Wenige Klassiker aus Japan

Mit der neuesten, der 6. Generation ihrer Z-Reihe, setzt die Marke Nissan eine seit 1969 dauernde Erfolgsgeschichte fort. Damals wurde der 240Z lanciert. Dieses Modell avancierte zu einem der wenigen wirklichen Klassiker, die von der japanischen Autoindustrie bisher auf den Markt gebracht worden sind.

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Der Neue basiert auf seinem Vorgänger, dem 350Z. Dieser hatte seine Premiere 2003 und signalisierte den Anbruch einer neuen Zeit. Nissans Entwicklungsabteilung hatte sich damals entschieden, mit dem über drei Jahrzehnte alten Karosseriedesign zu brechen. Ein völlig neues Erscheinungsbild wurde geformt und dem Coupé erstmals ein Roadster zur Seite gestellt. Das war 2005.

Schweiz ist ein guter Markt

Jetzt also die 6. Auflage. Für die Zukunft gibt sich Markus Suter, Brand Director Nissan Switzerland, optimistisch: «Der neue Z bündelt alle wichtigen Eigenschaften der Marke, ähnlich wie es vor 40 Jahren schon der 240Z getan hat. Die neue Generation offeriert authentisches Sportwagenerlebnis, dazu ein athletisches Design zu einem exzellenten Preis-/Leistungsverhältnis - genau das, was schon damals gefragt war und wonach die Sportwagenfans auch heute wieder suchen.»

Nissan Schweiz rechnet mit einem jährlichen Absatz von 240 Fahrzeugen, zumal auch diesmal dem Coupé ein attraktiver Roadster (ab Januar 2010) zur Seite gestellt wird.

Suter kommentiert: «In der Schweiz kommen sowohl reine Sportwagen wie auf sportlich getrimmte Fahrzeuge sehr gut an. Für unsere Marke signalisiert der neue 370Z, dass Nissan im Automobilbau auf hohem technischem Niveau mithalten kann, wovon auch andere Modellreihen profitieren.»

Das ist keineswegs pure Propaganda. Der 370Z verfügt über ein aufwendig konstruiertes Fahrwerk, was sich dann auch in Grenzbereichen positiv bemerkbar macht, also ein wichtiges Sicherheitselement ist. Weitere technische Leckerbissen sind ein Lamellen-sperrdifferenzial, eine elektronische Stabilitäts- und Traktionskontrolle, wahlweise manuelles 6-Gang-Getriebe oder 7-Stufen-Automat, modernste Airbagsysteme sowie ABS.

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Halb so teuer wie ein Porsche

So ausgestattet und auch dank seiner dynamischen Fahreigenschaften drängt sich ein Vergleich mit der Sportwagen-Ikone Porsche 911 auf: Das Nissan-Modell vermittelt ausgesprochenen Fahrspass, selbst wenn man unter Berücksichtigung aller Geschwindigkeitsreglementierungen durch die Gegend gleitet. Selbst in unteren Tempobereichen lassen sich die Musik des Motors und das Feeling geniessen, in einem echten Sportwagen zu sitzen. Spätestens in diesem Moment stellt sich die Frage nach der Konkurrenz. Etwas überspitzt formuliert: Ein 911er von Porsche bietet zusätzlich zum wohlklingenden Namen und der noch etwas ausgefeilteren Technik nicht wirklich essenziell mehr. Neben dem viel zitierten Preis-Leistungs-Verhältnis lassen sich auch Überlegungen zum Fahrspass-Preis-Verhältnis anstellen. Bei vergleichbaren Fähigkeiten kostet ein Porsche 911 doppelt so viel wie ein Nissan 370Z. Der ist in der Schweiz ab Juli lieferbar. Seine Preisspanne bewegt sich zwischen 53 470 und 61 370 Fr. (Basisversionen).

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