Einst waren sie im Publikum weit verbreitet, jetzt schwindet die Schar ihrer Anhänger: Das Marktvolumen von Strategiefonds schmolz gemäss Swiss Fund Data 2008 von 136 Mrd auf 97 Mrd Fr. Rund 6 Mrd Fr. zogen die Anleger im vergangenen Jahr dabei aktiv ab.

Die nähere Betrachtung offenbart ebenfalls keine Lichtblicke, wie statistisches Material der Fondsratingagentur Feri EuroRating Services (Feri) beweist. In der Unterkategorie «konservativ» betrug der Verlust gemäss Feri in den vergangenen zwölf Monaten in Franken gerechnet im Schnitt fast 11%. Fonds mit «ausgewogener» Strategie verloren durchschnittlich über 21%, Fonds mit dynamischer Strategie hingegen mehr als 31% ihres Wertes. Von 311 von Feri beobachteten Strategiefonds erreichten in den vergangenen zwölf Monaten gerade mal sieben ein positives Resultat. Am besten schnitt ein Fonds der Groupe LCF Rothschild ab, der PriFund Quam Multimanager 5 A Cap USD mit einer Performance von 5,3%. Das Vehikel aus der Unterkategorie «konservativ» ist als Dachfonds konzipiert und gegenwärtig zu über 90% im Geldmarkt investiert. Der schlechteste - der UBS (Lux) Key Sel Sicav-Global Allocation (GBP) B - verlor über 50% seines Werts.

Hausgemachte Probleme

Dass Anlagestrategiefonds als Ganzes versagt hätten, mag André Härtel nicht unterschreiben. «Die gegenwärtige Krise ist so heftig, dass auch viele erfahrene Manager auf dem falschen Fuss erwischt wurden», sagt der Senior Fund Analyst von Feri.

Umgekehrt könne nicht alles auf die Krise geschoben werden. Wenn zum Beispiel ein Fonds mit konservativer Strategie in den vergangenen zwölf Monaten ein Minus von 20% eingefahren habe, sei das Problem hausgemacht. «Ob gute oder schlechte Performance - jeder Fonds ist einzeln anzuschauen», folgert Härtel. Vielfach wird unterdessen die Kritik laut, dass Manager von Anlagestrategiefonds zu sehr an die Anlagestrategie der emittierenden Bank gebunden sind. Mangelnder Freiraum, heisst es, hindere die Fondsmanager an der Schaffung einer Mehrrendite gegenüber einem Index.

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Volumen überlebenswichtig

Noch in einem anderen Punkt kann die Emittentin im Hintergrund belastend wirken. «Die schwachen Renditen und auch die anhaltend negative Presse für UBS und Credit Suisse belasten deren Fonds», sagt Härtel von Feri.

Anleger, die auf Strategiefonds zurückgreifen möchten, sollten deshalb bei der Auswahl gleich mehrere Faktoren beachten:

Historie und Fondsmanagement: Bei der Auswahl von Anlagestrategiefonds soll gemäss André Härtel von Feri auf die Historie geachtet werden. «Ein gutes Rating zeigt, dass der Fonds zumindest die letzte Krise überstanden hat und das Management Jahr für Jahr das Ergebnis verbessern konnte», so der Fondsanalyst. Zudem sollte ein Anlagestrategiefonds von einem ganzen Team geleitet werden, das in den verschiedenen Anlageklassen Erfahrung hat.

Volumen und Gebühren: Ein Anlagestrategiefonds darf gemäss André Härtel nicht zu klein sein. «Das Fondsvolumen sollte mindestens 100 Mio Fr. betragen.» Dies verhindere, dass grössere Mittelabflüsse eine Abwärtsspirale auslösen. «Kleine Fonds werden in Krisenzeiten zu Fusions- oder gar Liquidationskandidaten», warnt der Fachmann. Die Gebühren seien hingegen vernachlässigbar. «Die aktuelle Finanzkrise beweist, dass für einen guten Fonds hohe Gebühren gerechtfertigt sein können», sagt Härtel.

Strategie: Die allgemeine Verunsicherung spricht eher für konservative Strategien. Wie diese aussehen können, zeigt der Swisscanto AST BVG Profil 3: Das Fondsmanagement behält die Aktienquote bei rund 11%. «Wir werden diese erhöhen, sobald sich Anzeichen einer Stabilisierung im Wirtschaftsverlauf und im Finanzbereich abzeichnen», sagt Beat Gerber von Swisscanto. Auch die Positionierung innerhalb des Aktienbereichs bleibe vorläufig defensiv ausgerichtet.