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Management
Von Facebook kommt dauernd nur ein Sorry

Mark Zuckerberg
Facebook-Chef: Zuckerberg will nicht zurücktreten.Quelle: Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.

Mark Zuckerberg steht abermals in der Kritik. Mehr als sich zu entschuldigen, fällt ihm nicht ein.

Kommentar  
Von Tim Höfinghoff
am 21.11.2018

Das mächtige soziale Netzwerk ist in der Krise. Mal wieder. Facebook, so einer der Vorwürfe, habe gegen Kritiker wie George Soros eine PR-Firma in Stellung gebracht. Das ist keine Petitesse, denn Soros ist ständig das Ziel von verrückten Verschwörungstheoretikern. Nutzt Facebook also ebenfalls Schmierenkampagnen gegen Soros, um von eigenen Fehlern abzulenken?

Nein, natürlich nicht, kontert Facebook. Vom Einsatz der PR-Firma habe weder Boss Mark Zuckerberg noch seine Top-Managerin Sheryl Sandberg etwas gewusst, die Zusammenarbeit werde beendet. Und auch bezüglich Russlands-Einflussnahme via Facebook in die US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2016 habe sich der Techkonzern sicherlich nicht bemüht, die Untersuchungen zu behindern. Naja.

Zuckerberg hat Facebook gross gemacht

Sicher ist: Nicht nur Facebook-Gründer Zuckerberg, auch Sheryl Sandberg steht massiv in der Kritik. Schon beeilt sich Zuckerberg, Sandberg medial den Rücken zu stärken: Er hoffe, noch Jahrzehnte mit ihr zusammenzuarbeiten. Und Zuckerberg werde natürlich nicht zurücktreten.

Er macht lieber das, was er schon immer machte, wenn es brenzlig wird: Er sagt Sorry und gelobt Besserung, das alles brauche eben Zeit. Das war auch seine Masche im Cambridge-Analytica-Datenskandal im Frühjahr dieses Jahres. Das Problem ist: Niemand nimmt Zuckerberg sein ständiges Entschuldigungsgerede mehr ab. Seine Firma sei eben sehr gross, da könne er nicht immer wissen, ob irgendjemand Fehler mache. Die Aussage ist naiv. Klar: Zuckerberg hat Facebook erfunden und gross gemacht. Aber er hat auch ein Instrument geschaffen, das er offensichtlich nicht mehr kontrollieren kann.

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