Der Kopfschutz ist sicherlich das wichtigste Teil der Fahrerausrüs-tung und deshalb als Einziges gesetzlich vorgeschrieben. Zwar sind nur Helme, die nach der Norm ECE 22/5 geprüft wurden, zugelassen, doch trotz dieses «Gütesiegels» gibt es in Sachen Sicherheit und Qualität grosse Unterschiede. Am besten schützen sogenannte Integralhelme mit festem Kinnschutz. Helme mit klappbarem Kinnteil sehen ähnlich aus. Sie sind praktisch und bieten einen geringfügig besseren Schutz als Jet-Helme, bei denen Kinn und Gesicht weitgehend ungeschützt sind.

Fasern für Helm, Leder für Bekleidung

Ein ganz entscheidender Faktor für die Schutzwirkung ist das Material. Helme aus Polyamid werden im Spritzgussverfahren hergestellt. Vorteile: Gutes Dämpfungsvermögen, Formbeständigkeit und günstiger Preis. Die Produktion von Helmen aus Duroplast-Materialien ist wesentlich aufwendiger. Sie bestehen aus Harz, Härter und Fasermatten, welche in mehreren Lagen zu einem festen Verbund laminiert werden. Sogenannte Glasfaserhelme - es werden auch Kohle- und Aramidfasern verarbeitet - sind äussert stabil und abriebfest. Aufgrund der aufwendigen Fertigung, die sich nur teilweise automatisieren lässt, sind sie relativ teuer.

Seit es Motorräder gibt, schützen sich die Fahrer vorzugsweise mit Bekleidung aus Leder. Obwohl textile Materialien in letzter Zeit massiv verbessert wurden, ist das organische Abfallprodukt der Fleischproduktion im Falle eines Falles noch immer die beste Versicherung. Supersportfahrer bevorzugen in der Regel enganliegende Einteiler. Abseits der Rennstrecke machen jedoch zweiteilige Anzüge mit Verbindungsreissverschluss zwischen Jacke und Hose eher Sinn. Bei einem Zwischenhalt kurz aus der Jacke zu schlüpfen, ist nicht nur bequem, sondern auch praktisch. Wer lange Freude an seiner Lederbekleidung haben will, sollte diese einmal pro Jahr mit geeignetem Lederfett behandeln.

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In jüngster Zeit läuft die Fahrerausstattung aus Textil dem altgedienten Leder allmählich den Rang ab, und das nicht ganz zu Unrecht. Die neusten Gewebe können in Sachen Scheuerfestigkeit durchaus mit Leder mithalten. CE-geprüfte Protektoren an exponierten Stellen wie Schultern, Ellbogen, Unterarmen, Rücken, Hüften, Knien und Schienbeinen optimieren die Schutzwirkung. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, durch den Einsatz von austrennbaren Klimamembranen und Thermofutter die Kleidung den unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen anzupassen. Nicht zu unterschätzen ist zudem der Wohlfühl-Faktor bei den unterschiedlichen Wettersituationen aufgrund der erwähnten Anpassungsmöglichkeiten.

Handschuhe werden vernachlässigt

Textilbekleidung ist einfach zu reinigen und kann sogar in der Maschine im Schongang gewaschen werden. Die Protektoren sind vorgängig zu entfernen. Kleider mit fester Klimamembrane dürfen nicht mit Weichspülmittel behandelt werden. Genauso wichtig wie die schützende Aussenhaut ist die richtige Bekleidung darunter - das gilt für Leder- wie Textilbekleidung. Sogenannte Funktionswäsche, wie sie auch beim Skifahren und anderen Outdoor-Aktivitäten getragen wird, erhöht das Wohlgefühl ganz entscheidend.

Freundliche Motorradfahrer grüssen sich, und dabei fällt immer wieder auf, wie viele noch immer ohne Handschuhe unterwegs sind. Dabei ist doch insbesondere der Schutz der menschlichen «Werkzeuge» ein unverzichtbares Muss, doch das wird anscheinend vielen Uneinsichtigen erst nach einem Ausrutscher bewusst. Aufgrund der reflexartigen Schutzbewegung des Fahrers sind meist die Hände die Leidtragenden.

Die Wahl des richtigen Handschuhs ist allerdings nicht ganz einfach. Sie sollen ja nicht nur gut schützen, sondern auch ausreichend Bewegungsfreiheit und Feingefühl für die Bedienung der immer zahlreicher werdenden Knöpfe und Schalter an den Lenkerenden gewährleisten. Entscheidend sind deshalb eine gute Passform, stabiles Material (vorzugsweise Leder) und eine hochwertige Verarbeitung. Wer bei unterschiedlichen klimatischen Bedingungen unterwegs ist, wird sich früher oder später ein zweites oder sogar drittes Paar anschaffen, das zu jeder Situation optimal passt.

Klar, man kann auch mit ganz normalen Strassenschuhen Motorrad fahren, doch zu empfehlen ist das nicht. Besser geeignet sind Motorradstiefel, welche unter Berücksichtigung dieses speziellen Einsatzbereichs gefertigt werden. Verstärkungen und Protektoren schützen auch hier die exponierten Körperpartien wie Knöchel, Zehen und Schienbein. Eine Aufdoppelung im hinteren Zehenbereich schützt den Stiefel vor mechanischen Schäden, die durch den Schalthebel entstehen können.

Spezielle Modelle für Sportfahrer verfügen über einen besonders stabilen und auswechselbaren Innenschuh sowie ebenfalls ersetzbare Seitenschleifer. Tourenfahrer wählen dagegen eher wasserfeste Stiefel mit atmungsaktiver Klimamembrane. Je höher der Stiefel, desto besser der Schienbeinschutz. Als Richtmass für die Minimalhöhe gilt ein gut geschütztes Fussgelenk. Und nicht zuletzt ist wie bei allen anderen Teilen der Töffbekleidung eine perfekte Passform eine massgebende Voraussetzung für ein gutes Gefühl.