Die dunklen Wolken über dem Börsenhimmel haben auch die Emerging Markets erreicht. Der MSCI Emerging Markets ging seit Anfang Januar sogar um rund 50% zurück. Die Aktienmärkte Pakistans, Russlands, Indiens oder Vietnams traf es sogar noch härter.

Dennoch stehen diese heute auf einer stärkeren Position als noch vor einem Jahrzehnt. Vieles spricht dafür, dass die Krise diesmal besser bewältigt werden kann, denn die Struktur des Welthandels hat sich grundlegend verändert. So handeln die Schwellenländer heute verstärkt untereinander. Beispielsweise nahm der Güteraustausch unter den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) deutlich zu, was dazu führte, dass die Exportabhängigkeit von den entwickelten Märkten reduziert werden konnte.

Next 11 auf dem Vormarsch

Experten glauben, dass die vier BRIC-Staaten in den kommenden Jahrzehnten sogar die grössten Volkswirtschaften von heute überholen könnten. Ähnliches wird auch für die sogenannten Next-11-Länder angenommen. Damit ist jene Gruppe von elf Staaten gemeint, die hinsichtlich ihrer langfristigen Wachstumsaussichten direkt hinter den BRIC/-Staaten folgen. Acht dieser Staaten sind über den Kauf von Zertifikaten für Privatanleger bereits zugänglich: In Ägypten, Indonesien, Mexiko, Pakistan, den Philippinen, Südkorea, der Türkei und Vietnam können Anleger bereits investieren. Die Märkte in Bangladesch, dem Iran und Nigeria stehen dem Anleger aufgrund mangelnder Liquidität, Devisenkontrollen oder Handelsbarrieren bisher kaum offen.

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Nicht nur Strassen und Schienen

Ein nachhaltiger Aufschwung setzt voraus, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Dafür brauchen Unternehmen vor allem politische Stabilität, ein vertrauenswürdiges Rechtssystem, geringe Inflation und eine stabile Währung. Ebenso wichtig: Eine funktionierende Infrastruktur und Logistik. Wirtschaftlicher Aufschwung bedeutet in der Regel eine Phase der Urbanisierung. Millionen Menschen strömen auf der Suche nach Arbeit in die Städte. Sie brauchen Wohnräume, Trinkwasser, Strom- und Abwasseranschlüsse sowie eine funktionierende Abfallwirtschaft. Deshalb stellt die Infrastrukturbranche womöglich ein überdurchschnittlich gutes Anlagethema dar.

Daneben dürfte die Transportbranche vom Schwellenländerboom überproportional profitieren. Der weltweite Handel und parallel dazu auch der Güterverkehr erlebten in den vergangenen Jahrzehnten ein beträchtliches Wachstum. Da Experten von einem weiter steigenden globalen Handelsvolumen ausgehen, dürfte auch der Güterverkehr weiter wachsen.