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Wegzug
Von Roll lagert 55 Stellen nach Frankreich aus

Der Industriekonzern lagert die Drahtproduktion nach Frankreich aus. Das Unternehmen kämpft seit längerem mit schwachem Wachstum und Verlusten. Der starke Franken hat die Situation noch verschärft.

Veröffentlicht am 22.09.2015

Die auf Elektroisolationen spezialisierte Von Roll-Gruppe baut bis zu 55 Stellen ab. Sie lagert die Drahtproduktion nach Frankreich aus und schliesst den entsprechenden Zweig in Breitenbach SO. Mit den Mitarbeitern sucht die Gruppe eine sozialverträgliche Lösung. Am Standort Breitenbach arbeiten derzeit 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit der Auslagerung der Drahtfertigung soll der Standort zu einem Kompetenzzentrum für die Bereiche Imprägnieren und Kaschieren ausgebaut werden, wie die Gruppe am Dienstagabend mitteilte.

Der Produktionszweig für Drähte wird zur französischen Tochter von Von Roll in Delle ausgelagert. Sie produziert seit 1927 Drähte und wird ihrerseits zum Kompetenzzentrum für diese Sparte erweitert. Mit dem Abbau will Von Roll den Angaben zufolge die Kapazitäten der Nachfrage anpassen und die Effizienz steigern sowie die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Von Roll ist weltweit an über 30 Standorten mit rund 2150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig. Das Unternehmen schreibt seit längerem rote Zahlen. Im ersten Halbjahr 2015 blieb unter dem Strich ein Verlust von 15,9 Millionen Franken nach einem Minus von 3,6 Millionen im Vorjahressemester.

Neubewertungen nötig

Eine schwache Entwicklung in den konventionellen Märkten der Energieerzeugung und die Währungseffekte schlugen aufs Ergebnis. So waren auch Neubewertungen nötig. Der Umsatz des Weltmarktführers für Elektroisolationen schrumpfte auf angepasster Basis (Ende 2014 wurde das Transformatorengeschäft abgestossen) um 12,5 Prozent auf 189,1 Millionen Franken. Von Roll will sich auf Wachstumsmärkte wie die Elektromobilität ausrichten. Zur angestrebten Transformation gehört auch die im zweiten Halbjahr 2013 gestartete Anpassung der Produktionskapazitäten.

Im vierten Quartal 2015 werden die Werke in Düren (Deutschland), Monmouth Junction (USA) sowie zwei Werke in Peenya (Indien) geschlossen sein. In Europa sollen Kernkompetenzen am jeweiligen Standort gebündelt werden.

(sda/gku)

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