Der Industriekonzern Von Roll hat im ersten Halbjahr 2014 einen stabilen Umsatz verbucht, jedoch beim Bestellungseingang ein Wachstum verzeichnet. Unter dem Strich resultierte erneut ein Fehlbetrag durch Restrukturierungskosten und Investitionen. Insbesondere der Bereich Composites zeigte Schwäche in allen Konzernregionen.

Der Bestellungseingang in den ersten sechs Monaten stieg um 6,4 Prozent auf 243,3 Millionen Franken, der Umsatz lag mit 246,1 Millionen um 0,1 Prozent nur geringfügig über dem Vorjahreswert, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit sank um 9,6 Prozent auf 1,9 Millionen Franken und die entsprechende Marge blieb mit knapp 0,8 Prozent annähernd stabil. Unter dem Strich resultierte ein Minus von 3,6 Millionen verglichen mit einem Verlust in Höhe von 3,9 Millionen Im Vorjahreszeitraum.

«Insulation» und «Technologies» mit Wachstum – Rückgang bei «Composites»

Die Geschäftsbereiche des Unternehmens entwickelten sich uneinheitlich. Das Segment Insulation konnte sich insbesondere in der Region EMEA erholen. Der Bestellungseingang verzeichnete auch in Amerika und Asien Wachstum und wuchs um insgesamt 6,4 Prozent. Der Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 145,9 Millionen Franken. Die Marktsegmente Isolationsbänder, Harze und Lacke entwickelten sich dabei positiv. Bei den Kupferdrähten sei hingegen ist kein positiver Trend zu sehen und grosse Überkapazitäten und eine schwächere Nachfrage würden den Markt belasten.

Der Bereich Composites verbuchte hingegen einen Umsatzrückgang um 7,6 Prozent auf 62,7 Millionen, wobei die Nachfrageschwäche alle Regionen betraf. Im Vergleich zum Vorjahr hätten grössere Einzelprojekte aus dem Bereich der thermischen Isolation gefehlt. Auch die reduzierten Verteidigungshaushalte machten sich negativ für den Bereich Ballistik bemerkbar.

Konsolidierung der weltweiten Produktionseinheiten eingeleitet

Unterdessen wies das nicht mehr zum Kerngeschäft zählende Segment Technologies ein Umsatzplus von 4,6 Prozent auf 37,5 Millionen Franken aus. Hier habe insbesondere der Bereich Transformers eine leicht positive Tendenz gezeigt, heisst es weiter. Für diesen Bereich sei man weiterhin intensiv bemüht, eine langfristige Lösung zu finden, heisst es in dem Communiqué.

Anzeige

Der Transformationsprozess des Unternehmens unter der Bezeichnung «Delta Integrale», der 2013 gestartet wurde, werde weiter mit hoher Geschwindigkeit umgesetzt, schreibt Von Roll. Die erste Phase, bestehend aus einer schlanken, markt- und kundenorientierten Organisationsstruktur, sei weitgehend abgeschlossen. Die zweite Phase, welche die Konsolidierung der weltweiten Produktionseinheiten definiert, sei eingeleitet und befinde sich in der Umsetzung. Und auch die dritte Phase mit Fokus auf Wachstum sei bereits initiiert.

Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau erwartet

Für 2014 erwartet das Management einen Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau, heisst es im Halbjahresbericht. Eine robuste Konjunktur in Nordamerika sowie Erholungstendenzen in Asien würden auf eine positive Entwicklung hindeuten. Die geopolitischen Krisenherde in verschiedenen Weltregionen würden aber eine sichere Prognose erschweren. Die Handelsbarrieren und Restriktionen zwischen der EU und Russland könnten eine sinkende Nachfrage bewirken.

Eine Ergebnis-Guidance wird nicht genannt. Bisher hatte das Unternehmen auch davon gesprochen, in den Kernsegmenten ein deutlich positives Ergebnis zu erreichen.

(awp/lur)