In den nächsten Tagen verglüht ein Forschungssatellit, dessen exakte Position jeweils in der Schweiz tätige Forscher bestimmt haben. Es handelt sich um einen 2009 von der europäischen Raumfahrtorganisation ESA gestarteten Erdvermessungssatelliten.

Aufgabe des Gravity Field and steady-state Ocean Circulation Explorer (GOCE) war es, das Schwerefeld der Erde zu messen. Diese Messungen trugen dazu bei, Höhensysteme einzelner Länder zu vereinheitlichen. Auch lassen sich so Probleme bei Bauvorhaben besser lösen, wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte.

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Der Satellit lieferte auch Grundlagen, um Veränderungen des Meeresspiegels und der Ozeanströmungen zu untersuchen. Das ist für weltweite Klimamodelle massgeblich. GOCE mass 2011 Schallwellen, welche das schwere Erdbeben von Japan auslöste, und wurde so nach Angaben der ESA zum ersten Seismometer im All.

In den vergangenen vier Jahren hat GOCE die Erde in 250 Kilometern Höhe umkreist. Nun ist kein Treibstoff mehr da. Deshalb verliert er kontinuierlich an Höhe, bis er in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht.

Für die ESA handelt es sich laut der Berner Mitteilung um eine äusserst erfolgreiche Mission im Rahmen des Erdüberwachungsprogramms «Living Planet Programme».

«Bernese GPS Sofware» im Einsatz

In einem Zusammenschluss von zehn europäischen Institutionen und Universitäten war das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) täglich für die präzise Bahnbestimmung aus den Daten des Bordempfängers des Global Positioning Systems (GPS) zuständig.

Dafür wurde die sogenannte «Bernese GPS Software» eingesetzt, ein wissenschaftliches Programmpaket zur hochpräzisen Auswertung von GPS-Messungen. Die Berner Forschergruppe ist damit - als eine der einzigen weltweit - in der Lage, die Bahn eines Satelliten auf zwei Zentimeter genau zu bestimmen. Das war eine Anforderung der ESA.

Auf Anfrage sagte Heike Bock vom AIUB, gesteuert habe den Satellliten die ESA in Darmstadt. In Bern sei aber die Satellitenbahn berechnet und nachträglich überwacht worden. Letzteres verbessere die Auswertbarkeit der Daten.

(sda/tke)