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Mobilität
Von Tür zu Tür: SBB-Chef setzt auf autonome Autos

Andreas Meyer: Er will die SBB zum integrierten Mobilitätskonzern machen. Keystone

Die SBB will ihre Angebote in Zukunft signifikant ausbauen. Kunden könnten künftig mit selbstfahrenden Fahrzeugen von zuhause abgeholt und wieder abgesetzt werden.

Veröffentlicht am 25.09.2016

Mit Railfit haben die SBB diese Woche das grösste Sparprogramm ihrer Geschichte eingeleitet. Dies ist aber nur der erste Schritt, den Konzernchef Andreas Meyer für die Zukunft plant: Er will die Bundesbahnen in einen integrierten Mobilitätskonzern umwandeln. «Ich kann mir vorstellen, dass die SBB den Kunden künftig die ganze Mobilitätskette anbieten: vom Fernverkehr über die S-Bahn bis zum kleinen selbstfahrenden Fahrzeug, das eine oder mehrere Personen an der Haustür abholt und wieder absetzt», sagt der Konzernchef in der «NZZ am Sonntag».

Er sieht für die Bundesbahnen auch eine neue Rolle als Feinverteiler im Stadtverkehr. «Wir können uns vorstellen, ein solches System mit unserem Know-how zu betreiben», sagt Meyer. Dabei sei denkbar, dass die SBB die Autos selber beschafften oder über Partnerschaften anböten.

Regionalverkehr überdenken

Mit diesem Wandel geht eine Konzentration auf das Wesentliche beim herkömmlichen Schienenverkehr einher. Die SBB wollen ihr Angebot überdenken, etwa beim Taktfahrplan oder im Regionalverkehr. Überall, wo es um neue Ausbauten geht, müsse man sich überlegen, ob es die Bahn brauche oder ob nicht ein Postauto rentabler und ökologischer wäre, erklärt Meyer in der «NZZ am Sonntag».

Dasselbe gelte auf dem bestehenden Netz für Nebenzeiten. «Es gibt Regionalzüge, in denen drei oder vier Passagiere sitzen. Da wäre es gescheiter, den Zug im Depot zu lassen und ein anderes Verkehrsmittel einzusetzen.» Solche Konzepte sollen mithelfen, die Bahnen wirtschaftlicher zu machen, sie sind allerdings noch nicht fertig ausgearbeitet.

(cfr)

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