Uhrenindustrie:
Die grosse Polarisierung

Die Schweiz stellt sich gerne als führende Uhrennation der Welt dar. Das ist natürlich Käse. Und wird von Jahr zu Jahr falscher. Die meisten Uhren dieser Welt werden in Asien hergestellt, vor allen in China, Japan und Korea. Und seit ein paar Jahren kommt nicht mal mehr die umsatzstärkste Uhrenmarke der Welt aus der Schweiz: Rolex hat diese Krone an Apple verloren. Sicher: Edle Marken wie Patek Philippe, Audemars Piguet, Rolex und Omega sind noch immer Statussymbole, gehören – wie Hermès, Gucci oder Chanel – zu den begehrtesten Luxusgütern der Welt. Aber was ist mit den anderen der rund 300 Schweizer Uhrenmarken, egal ob günstig oder teuer? Würde es Ihnen auffallen, wenn es zum Beispiel Hamilton oder Girard-Perregaux nicht mehr gäbe? Ich persönlich vermisse jede Marke, klar. Der Markt aber nicht. Dieser polarisiert sich jedes Jahr noch ein Stück mehr: Fünf Marken der Schweizer Uhrenindustrie sorgen für die Hälfte des Branchenumsatzes. 28 Marken wiederum sorgen für 90 Prozent der Verkäufe. Survival of the Fittest. Mehr zum Thema lesen Sie hier in unserem Gastkommentar von Uhren-Insider Oliver R. Müller.

Lunch Topics: Scharfe Business-News

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«HZ Insights»: So geht
E-Commerce für KMU

Im Podcast «HZ Insights» haben meine Kollegen Tim Höfinghoff und Andreas Güntert darüber gesprochen, wie kleinere Händler und KMU nun den E-Commerce-Turbo zünden. Angetrieben durch die Erfahrungen im Lockdown wächst das Bestreben, online durchzustarten. Doch worauf müssen die Händler achten? Was sind die grössten Fehler im Online-Geschäft? Und kommen sie nicht viel zu spät, zumal ZalandoAmazon und Co. längst die Standards gesetzt haben? Reinhören lohnt sich. Am besten gleich hier. Oder dann hier (Spotify) oder hier (Apple Podcasts).

 

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Sabine Keller-Busse, Group Chief Operating Officer der UBS.

Sabine Keller-Busse

Quelle: Daniel Winkler / 13 Photo

Keller-Busse überall

Dass Sabine Keller-Busse eine überaus ambitionierte Managerin ist, wissen wir (ich persönlich glaube ja, dass sie die erste weibliche Chefin einer Schweizer Grossbank werden will, aber das ist nur das Bauchgefühl eines Banken-Nichtkenners). Dass sie nun aber neben ihrem Job als Schweiz-Chefin der UBS auch noch in den VR der Zurich einzieht, halte ich für eine schlechte Idee. UBS-Präsident Axel Weber hätte es ihr untersagen sollen, Zurich-Präsident Michel Liès hätte sie nicht rekrutieren sollen. Klar ist Keller-Busse eine Verstärkung für den VR der Zurich, für jeden VR. Aber was ist mit potenziellen Interessenskonflikten? Was ist mit der zeitlichen Belastung? Man würde doch meinen, als Schweiz-Chefin habe Keller-Busse bereits einen 100-Prozent-Job und würde für ihn 150-prozentiges Engagement geben. Und auch ein VR-Mandat bei einem SMI-Konzern wie der Zurich ist ja schliesslich kein Zuckerschlecken, sondern ein Posten mit grösster Verantwortung. Zudem bin ich sicher, dass Liès auch andere Frauen gefunden hätte, die ähnlich kompetent wären wie Keller-Busse, aber nicht bereits bis unters Dach mit Arbeit zugedeckt. Aber eben: So wie es Männer gibt, die sich alles zutrauen, gibt es auch Frauen, die sich alles zutrauen. Mehr zum Thema lesen Sie bei «Bilanz»-Chefredaktor Dirk Schütz hier.
 

Wasserstoff-Aktien: Jetzt einsteigen?

Fahren wir künftig vor allem mit Strom oder mit Wasserstoff? Geht es nach den Autobauern, ist die Antwort klar: mit Strom. Aber es gibt viele Menschen, kompetente Menschen notabene aus Wissenschaft und Technik, aber auch aus der Industrie, welche die Eingangsfrage anders beantworten würden. Deshalb: Ist es für Anleger aktuell vielleicht günstig, ins Thema Wasserstoff-Aktien einzusteigen? Schliesslich hat sich der Megahype um Wasserstoff an der Börse zuletzt merklich abgekühlt. «Cash»-Kollege Henning Hölder hat die Antworten hier. Meine Meinung? Strom übergewichten, Wasserstoff beimischen und beobachten.

Warum dauert das mit dem Impfen so lange?

Irgendwie ist es schon frustrierend. Da entwickelt die Pharmaindustrie in knapp einem Jahr ein ganzes Set von funktionierenden und sicheren Corona-Impfstoffen. Trotzdem wird auch mehr als zwei Monate nach den ersten Zulassungen – zumindest in der Schweiz und in Europa – noch immer erst in homöopathischen Dosen geimpft. Aber war das auch zu vermeiden? Meine Kollegin Seraina Gross ist der Frage hier nachgegangen HZ+. Ihr Fazit: Die Knappheit wäre, zumindest in der Schärfe, wie wir sie zurzeit erleben, zu vermeiden gewesen. Lesen Sie auch Gross' Kommentar zur hitzig geführten Diskussion über «Privilegien» und «Bevorzugungen» für Geimpfte. Darin fragt sie, ob diese Diskussion wohl auch so erbittert geführt würde, wenn es bei den Risikogruppen nicht um Ältere, sondern um Kinder und Jugendliche ginge. «Würden wir ernsthaft in Zweifel ziehen, ob Kindern das Privileg zugestanden werden soll, auf den Spielplatz zu gehen, wenn sie geimpft sind, oder ob sie weiter zu Hause sitzen müssen?» Eben.

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Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Tag. Und natürlich en Guetä!
Marcel Speiser
Stv. Chefredaktor
«Handelszeitung»