Die Reise beginnt in der Schweiz – im gemieteten Wohnmobil von sieben Metern Länge. Es geht über Deutschland und Dänemark durch Schwedens beeindruckende endlose Wälder und Norwegens wilde Fjorde. Eines gleich vorweg: Das 350-Fr.-Gerät TomTom One Traffic Europe 31 kennt tatsächlich auch die kleinste Nebenstrasse, und auch die Warnung vor Radarstationen ist zuverlässig. Und auf fast allen Streckenabschnitten kennt das One die richtige zulässige Höchstgeschwindigkeit. Ein rotes Blinken warnt, wenn eine mögliche Busse die eingestellte Schmerzgrenze überschreiten würde …

Zum Glück ist das Wohnmobil mit zwei Zigarettenanzündern ausgerüstet: Einer ist stets für TomTom reserviert, der andere bleibt frei für alles andere. Während des Aufladens leuchtet eine grüne Diode – Batteriestand Fehlanzeige. Ohne externe Stromversorgung ist bereits nach knapp zwei Stunden Ende; andere Benutzer bestätigen uns: Sie haben ihn ständig an der «Dose».

Start mit Verzögerung

Ist das Gerät während längerer Zeit ausgeschaltet, dauert es fast endlose fünf bis zehn Minuten, bis die Satellitensignale empfangen werden. Tröstlich für alle Alkoven-Fahrer: Der Empfang funktioniert auch dann, wenn über der Fahrkabine das Schlafzimmer mitfährt. Doch da genau liegt der Hund begraben: Der TomTom wartet immer, bis er die Signale aller Satelliten zusammen hat. Doch die Satelliten senden ihre Position nur alle 30 Sekunden. Und falls das Signal wie in diesem Fall behindert wird, muss der gesamte Positionsbestimmungsvorgang so lange wiederholt werden, bis die Position exakt ermittelt wurde. Das kann dauern.

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Doch es gibt Abhilfe, und die heisst QuickGPSfix. Die kompatiblen TomTom-Geräte verwenden speziell konfigurierte, hochleistungsfähige GPS-Chipsätze und eine ausgeklügelte Algorithmenkombination, um die Satellitenpositionen bereits im Voraus zu berechnen. Alle dazu notwendigen Daten sind in der winzigen Datei zusammengefasst, die sich einfach herunterladen lässt. Also entweder das TomTom am (Windows-)Computer anschliessen oder sich drahtlos mit einem «Plus»-Dienst verbinden; auf beide Wege startet das Herunterladen automatisch.

Wo gibts schnell Diesel her?

Seine Feuertaufe besteht der TomTom One bereits nach wenigen 100 km: Der noch etwas ungewohnte Caravan entpuppt sich auf der deutschen Autobahn als ausgesprochen durstig. Zum Schreck bewegt sich die Tanknadel im unteren Bereich so schnell wie ein Minutenzeiger – die nächste Autobahntankstelle wird unerreichbar. Deshalb schnell programmiert: Der nächste «OVI» (Ort von Interesse), Stichwort Tankstelle, muss nicht am Weg liegen. Bitte schnell …

Die Antwort kommt prompt, TomTom führt in unbekannter ländlicher Gegend zielsicher an die nächste Zapfsäule. Ohne diese Hilfe wäre die Geschichte anders verlaufen.

Chaos in Oslo

Die Grenzen der Rechenkapazität zeigen sich in Oslo: Wer hier in der verwinkelten Innenstadt den Weg aus dem Zentrum sucht, muss Zeit haben – in der norwegischen Hauptstadt ein knappes Gut. Da springt das Positionsdreieck in mehreren Kopien auf dem Schirm umher, die widersprüchlichen Ansagen und Neuberechnungen jagen einander. Erst nach einigen Minuten gewinnt der One wieder die Fassung.

Etwas mühsam ist der ansonsten praktische Saugnapf für die Frontscheibe: Der Kontaktring zum Gerät erweist sich als äusserst widerspenstig. Doch es überwiegen klar die positiven Punkte: Klare Routenführung auch in gottverlassenen Gegenden, ein leistungsfähiger Bildschirm und eine Menüführung, die jedes Bedienungsanleitungs-Lesen überflüssig macht. Und auch Humor hat der TomTom: «In 300 Kilometern – biegen sie im Kreisverkehr ab.»