Zeno Staub, Chef der Bank Vontobel, geht mit dem hiesigen Banking hart ins Gericht. «Es darf nicht mehr sein, dass ein globaler Kunde nur dann einen Schweizer Banker in Betracht zieht, wenn er über Steueroptimierung reden will», sagt er in der Handelszeitung. Schweizer Banken müssten dann gefragt sein, wenn es um eine erstklassige Beratung, Performance und ebensolche Produkte gehe. «Daran müssen wir alle arbeiten», mahnt Staub die Branche. 

In organisches Wachstum investieren

Bezüglich des Geschäftsgangs der eigenen Bank gibt sich der Vontobel-Chef verhalten optimistisch. «Die im ersten Halbjahr gezeigten Profitabilitätsfortschritte haben sich fortgesetzt», sagt Staub. Vontobel werde die damit geschaffene Basis nutzen, um gezielt in organisches Wachstum zu investieren. Gleichzeitig warnt Staub vor überzogenen Hoffnungen bezüglich des Neugeldwachstums: Die Erwartung fürs zweite Semester sei tiefer. Bedeckt hält sich Staub zum von den USA angeboteten Programm, das den Schweizer Banken Gelegenheit zur Beilegung des Steuerstreits geben soll. 

Undeklarierter Kundengelder

Dafür äussert sich Staub zur Bereinigung undeklarierter Kundengelder aus Deutschland. Dieser Prozess sei «weit fortgeschritten». Vontobel könne wieder neue, versteuerte Vermögen aus Deutschland anziehen. 

Weiter auf sich warten lässt hingegen das Schiedsgerichts-Urteil im Streit mit der Kooperations-Partnerin Raiffeisen. «Dieses Jahr rechne ich nicht mehr mit einem Entscheid», sagt Staub. 

Im andauernden Streit mit Raiffeisen schlägt Staub dennoch versöhnliche Töne an. «Wir arbeiten seit 1994 mit Raiffeisen zusammen und schätzen unsere Partner sehr.» Im Tagesgeschäft laufe die Kooperation weiterhin sehr gut.  

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