Nach dem Bundesgerichtsurteil, dass die Banken Retrozessionen ihren Kunden weiterreichen müssen, hat die Bank Vontobel eine Rückstellung von 6,3 Millionen Franken gebildet. Dies gab Finanzchef Martin Sieg an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich bekannt.

Man habe das Bundesgerichtsurteil sowie die Verträge und die Geschäfte mit den Kunden über die letzten fünf Jahre vertieft analysiert und deshalb entschieden, eine Eventualverpflichtung von 6,3 Millionen Franken zu bilden, sagte Sieg. Allerdings weise der Fall, den das höchste Schweizer Gericht beurteilt hatte, erheblich von der Situation bei der Vontobel-Gruppe ab, heisst es im Geschäftsbericht.

Aufgrund der Risikoanalyse gehe man davon aus, dass der effektive Mittelabfluss nur einen Bruchteil der 6,3 Millionen ausmachen werde. Bis Ende 2012 seien von den Kunden keine Klagen gegen Vontobel auf die Herausgabe solcher Vertriebskommissionen eingereicht worden, schreibt die Bank weiter.

Bei den mit einem Mandat verwalteten Vermögen bestehe ohnehin seit geraumer Zeit der Trend zu Pauschalgebühren, sagte Vontobel-Chef Zeno Staub. Vontobel sei da schon relativ weit. «Wir gehen nicht davon aus, dass die Veränderung der Gebührenmodelle einen signifikanten Einfluss auf unsere Profitabilität haben wird.»

(tke/aho/sda)

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