Das IPO des nach Asien ausgerichteten Zürcher Handelskonzerns DKSH steht unmittelbar bevor. Den Besitzern des traditionsreichen Hauses winkt ein Gewinn von bis zu 1 Milliarde Franken, wenn das Unternehmen am 21. März an die Schweizer Börse SIX geht.

Eine DKSH-Aktie wird mit einer Preisspanne zwischen 42 und 48 Franken angeboten, wie am Donnerstag bekannt wurde. Daraus leitet sich ein Börsenwert von 2,6 bis 3 Milliarden Franken ab.

Die Publikumsöffnung von DKSH ist an der Schweizer Börse SIX das grösste Going public seit Jahren. Das Interesse an der Emission sei gross, heisst es aus Marktkreisen, zumal DKSH einen guten Ruf als Kenner der asiatischen Märkte geniesse.

Die UBS und die Deutsche Bank agieren als Joint Global Coordinators und zusammen mit der Berenberg Bank und Credit Suisse als Joint Bookrunners beim geplanten IPO. Dem Konsortium gehören zudem Crédit Agricole und die Zürcher Kantonalbank als Co-Lead Manager an.

Rekordhohes Ergebnis

Das Geschäftsjahr 2011 hat DKSH mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. Der Dienstleister für Marktexpansion in Asien erwirtschaftete einen 0,6 Prozent höheren Nettoumsatz von 7,3 Milliarden Franken. Der EBIT nahm um 22 Prozent auf 238 Millionen zu und der Gewinn nach Steuern um 26 Prozent auf 152 Millionen Franken.

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DKSH vermarktet Luxusprodukte, Lebensmittel, Pharma- und Chemieerzeugnisse oder Technologie in 35 Ländern in Asien und am Pazifik. Die Gruppe zählt 24'000 Mitarbeiter und ist mit 650 Niederlassungen präsent. Zudem berät und begleitet DKSH Unternehmen beim Markteintritt und Marktaufbau in diesen Ländern und liefert den Kunden Informationen über die dortigen Geschäftsbedingungen.

Das Unternehmen will sich weiter auf die Region Asien-Pazifik konzentrieren. «Das Gruppenwachstum in Asien ist für uns wesentlich risikoärmer, als wenn DKSH in eine andere Weltregion wie Lateinamerika expandieren würde», sagte Jörg Wolle, CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von DKSH, an einer Medienkonferenz in Zürich.

«Meilenstein»

Gemäss Verwaltungsratspräsident Adrian Keller erreicht DKSH mit seinem Erstauftritt an der Börse einen Meilenstein in seiner Geschichte. Keller sieht das IPO als «logische Fortsetzung unseres Öffnungsprozesses gegenüber einem interessierten Anlegerpublikum». Der Börsengang findet auch vor dem Hintergrund eines Generationenwechsels bei den Besitzern statt.

Bereits 2008 haben diese erstmals Grossaktionäre ausserhalb der Eigentümerfamilien zugelassen, darunter die Investoren Rainer-Marc Frey und Stephan Schmidheiny, die französische Industriedynastie Peugeot oder den Genfer Bankier Pierre Mirabaud.

Mit dem IPO bieten die heutigen Aktionäre der Öffentlichkeit etwa 30 Prozent der Aktien an. Sie behalten zudem Aktien in der Hand, die sie bei einer sehr grossen Nachfrage zusätzlich auf den Markt werfen können («Greenshoe»). Das Management kann sich vorstellen, dass in einigen Jahren Zweitkotierungen in Hongkong oder Singapur erfolgen.

Familie will Geld anlegen

Alle heutigen Aktionäre werden gemäss deren Anteil Aktien verkaufen. Der Lock-up für verkaufende Aktionäre und Diethelm Keller Holding beträgt 18 Monate. «Dies drückt das langfristige Commitment der Kernaktionäre aus», erklärte Konzernchef Wolle. Für die Gesellschaft und Mitglieder des Verwaltungsrats und des Managements betrage der Lock-up sechs Monate.

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Der Anteil der Familienholding Diethelm Keller sinkt von 63 auf etwa 40 bis 45 Prozent. Sie will die Einnahmen aus dem Börsengang für Beteiligungen und Investitionen nutzen, wie Keller sagte.

DKSH selbst braucht kein frisches Kapital. Das Handelshaus, das den Umsatz seit der Bildung der heutigen Firmenstruktur 2002 verdoppelt und seinen Betriebsgewinn vervierfacht hat, kann sein Wachstum aus den eigenen Erträgen finanzieren, führte CEO Wolle weiter aus.

Nach dem Börsengang sollen die Aktionäre mit 25 bis 35% am Gewinn beteiligt werden. Dies entspreche etwa der Quote, mit der die bisherigen Besitzer jeweils bedacht wurden, sagte Wolle. Er sieht keinen Grund, am Ausschüttungsverhältnis etwas zu ändern.

(aho/sda)