Einzelne Pensionskassen müssen wegen einer massiven Unterdeckung bereits zu harten Sanierungsmassnahmen greifen. Dabei gilt eine Nullverzinsung der Guthaben noch als kleinstes Übel. Beitragserhöhungen jedenfalls sind unpopulär, weil sie die Lohnsumme der Versicherten schmälern. Auch die Arbeitgeber scheuen solche Lösungen. Sie müssten mindestens die Hälfte dieser Zusatzleistungen finanzieren, und das ist in den wirtschaftlich angespannten Zeiten aus konjunkturpolitischen Gründen kontraproduktiv.

Auch wenn gegenwärtig sechs von zehn Vorsorgeeinrichtungen über keine genügende finanzielle Deckung verfügen, darf die Lage nicht dramatisiert werden. Die berufliche Vorsorge beruht auf dem Langfristprinzip. Werden die angesparten Mittel im Lebenszyklus während 30 bis 40 Jahren breit diversifiziert in festzinslichen Werten, Risikopapieren, Immobilien und alternativen Anlagen investiert, resultiert auch der notwen- dige Ertrag zur Ausschüttung einer angemessenen Altersrente.

Gute Jahre wechseln sich dabei erfahrungsgemäss mit schlechten Jahren ab. Das hat uns bereits die immense Vermögensvernichtung zu Beginn dieses Jahrzehnts gelernt. Prompt haben sich die Kapitalmärkte nach dem Einbruch ab 2003 wieder erholt. An den Aktienmärken wurden neue Rekordstände erreicht, bevor die Subprime-Hypotheken-Krise in den USA für eine erneute Talfahrt sorgte. Vieles deutet darauf hin, dass die negativen News nun in den wirtschaftlichen Schlüsseldaten ihren Niederschlag gefunden ha-ben. Es kann wieder aufwärts- gehen, wenn auch noch zögerlich.

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In Selbstzufriedenheit sollten wir aber bei der Vorsorge nicht verfallen. Die demografischen Verschiebungen hin zur Langlebigkeit sind ein Faktum, das sich mit keinen Rechnungstricks aushebeln lässt. Anteilsmässig immer weniger Berufstätige müssen eine rasch wachsende Rentnergeneration finanzieren. Damit bleibt der Druck auf unser vorbildliches Dreisäulensystem noch einige Jahrzehnte bestehen. Die privaten Versichererer haben den Umwandlungssatz im überobligatorischen Teil der 2. Säule bereits auf unter 6% gesenkt, während der BVG-Umwandlungssatz bei über 7% liegt. Die Absenkung in die Nähe von 6% ist nur eine Frage der Zeit.

Umso wichtiger ist es, mit dem individuellen Sparen die absehbaren Vorsorgelücken zu schliessen. Mit innovativen Produkten, wie etwa den Variable Annuities, kommen die Anbieter den Bedürfnissen nach Kapitalschutz entgegen.