Zeit ist Geld – dieser schon fast antiquierte Slogan gilt noch immer. Wer Millionen von Briefen täglich transportieren und verarbeiten muss, ist gezwungen, nach neuen technischen Lösungen zu suchen. Im Jahr 2002 entschied sich die Schweizerische Post, die Briefverarbeitung völlig neu zu konzipieren, dies mit drei Hauptzentren in Zürich-Mülligen, Härkingen und Eclépens sowie sechs regionalen Subzentren und zwei Retouren- und Videocodierzentren. Verkehrstechnisch optimale Standorte, standardisierte Abläufe und ein hoher Automatisierungsgrad sollen die Weichen für die Steigerung der Effizienz und Konkurrenzfähigkeit stellen.

Im neuen Briefzentrum der Schweizerischen Post in Zürich-Mülligen sind in einem weltweit bisher unerreichten Automatisierungsgrad Logistik und Sortierprozesse völlig neu definiert worden, sowohl was die Gesamtanlage als auch die wirtschaftlichen Sortierlösungen betrifft. Im Mittelpunkt dieser Lösung steht dabei der Quergurtsorter der Firma Interroll.

Nervenzentrum Zürich-Mülligen

Automatische Prozesse von Wareneingang bis Warenausgang bei ganztägiger Verarbeitung dank vollautomatischem Briefbehälterlager – so lässt sich die neue Briefverarbeitung der Schweizerischen Post in den neuen Briefzentren mit einem Satz beschreiben. Rund 1200 Personen werden im Endausbau im ersten der drei neuen Briefzentren arbeiten, und dies praktisch rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb. In Zürich-Mülligen werden täglich über 4 Mio Sendungen in 100000 Briefbehältern auf 9 km langen Förderstrecken mit Hilfe von 15 Sortieranlagen verarbeitet.

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Nach dem Entladen der Sammelbehälter, die per Bahn oder Lastwagen angeliefert werden, führen Roboter die Briefbehälter der Verarbeitung zu. Die A-Post-Sendungen gehen direkt weiter in die Sortierung an eine der fünfzehn Sortiermaschinen mit einer Kapazität von 40000 Briefen pro Stunde. B-Post-Sendungen, die innerhalb von zwei bis sechs Tagen verarbeitet werden sollen, kommen in ein Hochregallager für 80000 Briefbehälter und werden nach den Hauptlaufzeiten sortiert. Das Sortieren der Behälter auf die mehr als 20 Module des Hochregallagers, des sogenannten Briefbehälterlagers, übernimmt der Interroll Quergurtsorter, hier in doppelstöckiger Ausführung und horizontaler Linienführung. In einer Minute verteilt der Sorter knapp 170 Briefbehälter, das heisst etwa 10000 pro Stunde, und dies rund um die Uhr.

Je vier Interroll Quergurtsorter mit horizontaler, raumgängiger Förderstrecke kommen in den Briefzentren Mülligen, Härkingen und Eclépens zum Einsatz – das sind insgesamt rund 1,4 km Sortierstrecke.