Teenies flitzen damit zur Schule, ins Kino und in die Disco. Kosten- und umweltbewusste Pendler fahren damit zur Arbeit durch den Verkehrsdschungel der Innenstadt. Und pensionierte Ex-Töfffahrer touren damit durch ganz Europa - moderne Roller bieten heute mindestens ein ebenso grosses Repertoire an Einsatzmöglichkeiten wie echte Motorräder. Jedes zweite in der Schweiz verkaufte motorisierte Zweirad ist denn auch ein Roller.

Das ganze Spektrum abgedeckt

Der grosse Roller-Boom ist zwar vorbei, doch die Verkaufszahlen der letzten Jahre bestätigen ein nach wie vor hohes Interesse an den praktischen und in wirtschaftlicher Hinsicht äusserst vorteilhaften Fahrzeugen. Knapp 44000 motorisierte Zweiräder wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz verkauft - davon war jedes zweite ein Roller. Vor 20 Jahren betrug der Anteil lediglich 19%, im Rekordjahr 2001 waren es über 66%.

Jugendliche bezeichnen Roller als Scooter, das ist trendiger und tönt irgendwie weniger konservativ, ist jedoch zum Schluss genau dasselbe. Roller - oder eben Scooter - gibt es nicht nur in verschiedenen Hubraumklassen von 50 cm3 bis 650 cm3, sondern auch für unterschiedlichste Bedürfnisse. Vom Sportler über Allrounder, Klassiker bis hin zum komfortablen Tourer ist heute alles zu haben.

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Dank Variomatikantrieb sind alle Modelle gleichermassen einfach zu bedienen - Startknopf drücken, Gas geben und los gehts. Während handlich-leichte 50er-Scooter in der Regel bis rund 70 km/h beschleunigen, erreichen komfortable Maxi-Scooter eine Höchstgeschwindigkeit bis 180 km/h und mehr. Selbst die wendigen 50er-Flitzer arbeiten heute fast ausnahmslos im Viertakt und nach den europaweit gültigen Abgasnormen.

Maxi-Scooter sind zwar stärker und 50er-Flitzer wendiger, doch die goldene Mitte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bieten nach wie vor 125er-Roller. Seit 2003 neue Gesetzesgrundlagen den Automobilisten das Fahren dieser Kategorie ohne zusätzliche Prüfung ermöglichte, sind die praktischen 125er für viele potenzielle Kunden noch interessanter. Acht Stunden Fahrkurs und ein entsprechender Eintrag im Führerschein sind allerdings Pflicht.

Optionen noch und noch

So unterschiedlich wie das Design ist auch die Ausstattung. Scheibenbremsen und ein Staufach unter der Sitzbank bieten die meisten Roller, Topcase und Windschutzscheibe dagegen nur wenige. Insbesondere in den Klassen ab 250 cm3 gehört ABS erfreulicherweise immer häufiger zur Grundausstattung. Zur individuellen Optimierung führt der Fachhandel ein reichhaltiges Angebot an Accessoires und Zubehör.

Das rollertypische Frontschild schützt zwar sehr wirkungsvoll vor Wind und Unwetter, bei einem Sturz ist der Fahrer jedoch annähernd gleich hohen Risiken ausgesetzt wie auf einem Motorrad. Helm, Handschuhe, lange Hose, feste Jacke und knöchelhohe Schuhe sind für sicherheitsbewusste Rollerfahrer ein Muss. Und weil Scooterfahrer auf Grund der kleinen Silhouette von anderen Verkehrsteilnehmern oft übersehen werden, ist eine weit vorausschauende Fahrweise unerlässlich.

Grössere Räder vorteilhafter

In Sachen Fahrverhalten und Verarbeitungsqualität gibt es grosse Unterschiede. Scooter mit kleinen 10-Zoll-Rädern sind in der Regel weniger stabil als Grossradroller, deren Fahreigenschaften durchaus mit denen eines Motorrades vergleichbar sind. Mit Vorsicht zu geniessen sind billige No-Name-Produkte, die meist übers Internet oder in Einkaufszentren angeboten werden. Qualität, Garantie- und Serviceleistungen solcher Fahrzeuge sollten gut geprüft werden. Gleiches gilt nicht zuletzt auch für die Versicherungsprämie, wo sich ein Vergleich verschiedener Angebote durchaus lohnen kann.