Die UBS klagt in London gegen die Kommunalen Wasserwerke der Stadt Leipzig (KWL) auf rund 400 Millionen Euro. Die Banker bestehen auf der Gültigkeit von Verträgen, die der bestechliche Stadtbeamte Klaus Heininger mit dem Institut vor der Finanzkrise abschloss. Er ging mit der UBS Derivatgeschäfte ein und investierte im Namen der Wasserwerke in so genannte Collateral Debt Obligations (CDO) der UBS, um die Anlagen der Werke abzusichern.

Doch diese Investments entpuppten sich als Rohrkrepierer und bescherten den Wasserwerken einen Verlust von rund 300 Millionen Euro.

Schmiergeld kassiert

Vor dem Zivilgericht in London klagt die UBS die Gelder aus diesen Verträgen ein. Ein Anwalt von UBS sagte, als Heininger die Deals den Aufsichtsgremien der Wasserwerke präsentierte, seien diese abgenickt worden ohne kritische Fragen. Die Bank verlange lediglich ihre Gelder aus diesem Geschäft zurück, man habe nie irgendjemanden dazu gezwungen, auf diese Verträge einzugehen.

Die Stadt aber stellt sich auf den Standpunkt, dass die Verträge ungültig seien. Dies darum, weil sie von Heininger an den Aufsichtsgremien vorbei unterzeichnet worden seien. Zudem seien die Papiere den Wasserwerken mit dem Argument verkauft worden, damit würden Risiken minimiert - doch das Gegenteil sei der Fall gewesen.

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In der Tat liefen die Deals nicht sauber ab. KWL-Chef Heininger wurde letztes Jahr unter anderem wegen Bestechung und Bilanzfälschung verurteilt. Er kassierte 3,2 Millionen Euro von den in der Schweiz ansässigen Finanzmaklern Value Partners, die ihrerseits von der UBS für die Vermittlung des CDO-Deals über 20 Millionen Dollar kassiert hatten.

Interessenskonflikt

Im Gerichtsstreit in London, der seit April läuft, fahren die Anwälte der Stadt Leipzig nun gröberes Geschütz auf, berichtet Bloomberg. Sie erzählen, wie die Makler von Value Partners, Heininger und die UBS einander hegten und pflegten.

So soll der damalige UBS-Banker Steven Bracy eng mit Value Partners verbandelt gewesen sein, die KWL im Deal beriet.

Bracy soll für die Value-Partners-Berater Stripperinnen besorgt haben und mit einem weiteren UBS-Mitarbeiter an einer Safari von Value Partners gratis teilgenommen haben. Vertreter der UBS beschenkten zudem Berater von Value Partners mit Uhren, Aktenkoffern und Tickets für die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Bracy, und damit die UBS, hätten darum in einem Interessenskonflikt gestanden, was den ganzen Deal mit Leipzig ungültig mache.