Tagelang wurde Microsoft-Schweiz-CEO Petra Jenner in der österreichischen Presse als neue Verwaltungsrätin der Telekom Austria präsentiert. Dementi gab es weder in Österreich noch der Schweiz, die Wahl schien eine reine Formsache zu sein.

Doch nun muss Wunschkandidatin Jenner aufgrund eines Vetos aus dem Microsoft-Hauptquartier im amerikanischen Redmond überraschend absagen, berichten «Die Presse» und «Der Standard» in ihren heutigen Ausgaben.

Über die Gründe schweigt man sich in der Schweiz aus. Microsoft-Schweiz-Sprecherin Barbara Josef sagt aber: «Petra Jenner steht nicht für das Mandat bei Telekom Austria zur Verfügung. Sie wird sich zum jetzigen Zeitpunkt ausschliesslich auf ihre operative Tätigkeit bei Microsoft Schweiz fokussieren.»

Neuanfang nach Korruptionsskandal

Die Deutsche Petra Jenner kennt die österreichische IT-Szene bestens, sie leitete vor ihrer Tätigkeit in der Schweiz auch die dortige Microsoft-Niederlassung. Mit ihrem Buch «Mit Verstand und Herz» über Frauenkarrieren sorgte sie für Aufsehen.

Jenner war auch Wunschkandidatin von Rudolf Kemler, dem Chef der Österreichischen Industrie Holding AG, dem Kontrollorgan der Telekom Austria. Der Konzern muss nach einem riesigen Korruptionsskandal wieder Vertrauen aufbauen - der Aktienkurs hat sich innerhalb eines Jahres halbiert.

Anzeige

Nun werden diverse Personen aus jener Zeit aus der Firma entfernt. Jenner wurde als eine der Personen gehandelt, die ohne Interessenkonflikte und altgediente Seilschaften den Neuanfang hätte begleiten können.