An der glamourösen Gala mit 500 Gästen zum 175-Jahr-Jubiläum des Jelmoli Warenhauses am vergangenen Freitag in Zürich zieht VR-Präsident Christopher Chambers den neusten Plan für die Jelmoli Holding aus seiner Westentasche. Dieser Plan will die Aufspaltung von Jelmoli in eine Immobilien- und Investmentgesellschaft für die Aktionäre lukrativ und attraktiv machen.

So erhält die Hauptaktionärin Pelham, die im Besitz von Georg von Opel ist, für die Aufgabe ihrer Kontrollmehrheit eine Prämie von 18% auf die Namensaktie. Und den Minderheitsaktionären wird eine Ausstiegsmöglichkeit aus der Investmentgesellschaft geboten.

Jelmoli-VR-Mitglied Walter Fust, der sich zwar am Jubiläumsfest delektierte, findet am neusten Plan nicht ganz Gefallen. Danach erhält er keine Prämie auf seine Namensaktien. Fust ist nach von Opel der bedeutendste Namensaktionär. «Ich enthalte mich einer Aussage, ob ich auf eine Prämie verzichte. Ich bin für eine gute Lösung für alle Aktionäre», sagt er auf Anfrage. Fust hat in diesem Sommer in einem Brief an VR-Präsident Chambers festgehalten, dass er allenfalls den Beschluss der Generalversammlung gerichtlich anfechten will, falls nicht alle Namensaktionäre eine Prämie erhalten. Anfang November wird an einer ausserordentlichen GV über die Aufspaltung abgestimmt. Trotzdem meint Fust: «Ich glaube, wir sind auf gutem Weg.»

Hauptaktionär Georg von Opel glänzte am Fest durch Abwesenheit, stimmt aber dem Chambers-Plan zu. Auch die Minderheitsaktionäre Fortelus, Franklin Mutual, Obrem und Sandelman, die rund 17% des Kapitals halten, unterstützen den Plan. Auch, weil sie einen Teil ihrer Beteiligung zu einem «angemessenen Preis veräussern können», erklärt ihr Sprecher Wolfgang Weber-Thedy.

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Sind Insider am Werk?

Am Fest machten Gerüchte die Runde: Sind bei Jelmoli Insider am Werk? In den vergangenen Tagen schnellte der Aktienkurs nach oben. Pikant: Gleichzeitig fand ein reger Handel mit Optionen auf Jelmoli-Inhaberaktien der Deutschen Bank und Valartis statt. Wer rechtzeitig – mit Vorwissen? – kaufte, erzielte einen Buchgewinn von rund 3 Mio Fr. Dazu erklärt SWX-Sprecher Werner Vogt: «Die Marktüberwachung der Schweizer Börse prüft die Transaktionen in Aktien von Jelmoli und den zugehörigen Optionen. Eine Untersuchung wegen möglicher Vergehen gegen die Insiderstraftätigkeit ist nicht eröffnet worden.»