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VW-Chef Müller muss offenbar gehen

Matthias Müller
Matthias Müller: Laut Bericht bereit für den Abschied. Quelle: Keystone

Volkswagen kündigt den Umbau des Vorstands an. Konkret heisst das laut deutschen Medien: Konzernchef Matthias Müller muss gehen.

Veröffentlicht am 10.04.2018

Den Umbau seines Vorstandes hat Volkswagen per Adhoc-Mitteilung angekündigt. Der Aufsichtsrat von Volkswagen trifft sich demnach an diesem Freitag, um über mögliche Veränderungen der Führungsstruktur zu beraten. Im Klartext heisst das: Konzernchef Matthias Müller muss gehen, berichtet das «Handelsblatt». Demnach soll auch der Nachfolger feststehen. Der bisherige Chef der Kernmarke Volkswagen, Herbert Diess, soll an die Spitze der Unternehmensgruppe rücken.

Volkswagen hatte zuvor mitgeteilt, der Konzern erwäge eine Weiterentwicklung seiner Führungsstruktur, die auch mit personellen Veränderungen im Vorstand verbunden wäre. Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören. Matthias Müller habe seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken.

Matthias Müller übernahm von Martin Winterkorn

Müller steht seit Ende 2015 an der Spitze des Volkswagen-Konzerns, er übernahm das Zepter von Martin Winterkorn. Der langjährige Konzernchef stolperte letztendlich über das Aufkommen des Abgasskandals, der auch Müllers Amtszeit prägte. Als Nachfolger präsentierte sich dieser als Aufklärer in Sachen Dieselgate. Gleichzeitig stand er vor der schwierigen Herausforderung, den Volkswagen-Konzern für die Nach-Diesel-Ära fit zu trimmen. Volkswagen setzt dabei auf Elektromobilität: Das Unternehmen will bis 2030 glatte 20 Milliarden Euro in die Sparte stecken. Bis 2025 sollen VW-Kunden aus 80 neuen E-Modellen auswählen können.

Dem Dieselskandal und den juristischen Konsequenzen zum Trotz hat Müller zuletzt gute Zahlen abgeliefert. Von Januar bis März hat das Unternehmen 1,5 Millionen Autos ausgeliefert – das ist Rekord. Ein weiteres Mal trug das starke Wachstum in China massgeblich dazu bei.

(me, mit Material von Reuters)

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