Die grössten 500 Unternehmen Deutschlands haben 2007 ihre Umsätze im Durchschnitt um 5,3% gesteigert. Die hohen Wachstumsraten der vorigen beiden Jahre konnten die Top-Konzerne damit aber nicht wieder erreichen. Im Jahr 2006 lag das Wachstum bei 11,2%, 2005 wurden 9,2% erreicht. Dies geht aus der von «Welt Online» ermittelten Rangliste hervor.

Ein Grund für das geringere Wachstum der Konzerne ist in der Energiebranche zu finden. Sie fiel im vergangenen Jahr als Wachstumstreiber aus. Die beiden letzten relativ warmen Winter, die zunehmende Konkurrenz durch erneuerbare Energien und der geringere Bedarf in den energieeffizienteren Neubauten drückten auf den Öl- und Gasabsatz.

Der Autohandel verlor 1,5% – eine Folge des schleppenden Absatzes im Inland. Die Autohersteller und -zulieferer konnten durch ihre globale Ausrichtung immerhin noch Wachstumsraten von 4,7 und 7,9% vorweisen. Zweistellig konnten 2007 nur noch die Branchen Maschinenbau und Metall wachsen. 2006 hingegen wuchsen auch Energie, Pharma, Chemie und Elektro zweistellig; die Logistik sogar mit über 20%.

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Eine genauere Analyse der einzelnen Grössenklassen zeigt, dass das Wachstum sehr gleichmässig verläuft. Im Jahr 2006 war das Wachstum der grössten 300 Unternehmen mit durchschnittlich 11,6% noch deutlich ausgeprägter als das der folgenden 200 (7,6%). Für 2007 sind keine signifikanten Unterschiede auszumachen. Deutlich wird dagegen einmal mehr, dass das Wachstum vorwiegend im Ausland realisiert wird. Die Wachstumsrate liegt dort bei 8%, im Inland sind es nur etwa 2,5%.

Einen Wechsel hat es an der Spitze von «Deutschlands Grossen 500» gegeben. Nach der Trennung von Chrysler ist Daimler auf den zweiten Platz zurückgefallen. Die neue Nummer eins ist Volkswagen mit 108,9 Mrd Euro Umsatz als einziger Konzern oberhalb der 100-Mrd-Euro-Marke. Daimler folgt auf Platz zwei mit 99,4 Mrd Euro und Siemens liegt auf Platz drei mit 72,4 Mrd Euro. Zu den Gewinnern unter den Top 500 zählt Kühne + Nagel. Der Hamburger Logistiker hat den Umsatz um 86,3% auf 3,678 Mrd Euro gesteigert und konnte damit von Platz 320 auf Platz 172 klettern.

Durch die Übernahme von LTU ist auch Air Berlin weit nach vorn gekommen. Der Umsatz stieg nicht zuletzt deswegen um 61,3% auf 2,54 Mrd Euro. Die Fluggesellschaft machte damit 133 Plätze von Rang 385 auf Rang 252 gut. Für einen Platz unter den Top 500 musste diesmal ein Umsatz von etwas mehr als 1,1 Mrd Euro erzielt werden. Der grösste Arbeitgeber unter den Top 500 ist weiterhin Deutsche Post World Net mit insgesamt 470 123 Mitarbeitern, 1,9% mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei steht Siemens mit 398 000 (+7,3%) vor Volkswagen auf Platz drei mit 329 308 (+1,4%).