Volkswagen verordnet sich den grössten Umbau seiner Führung in der Konzerngeschichte. Europas grösster Autobauer wertet dafür unter anderem sein China-Geschäft kräftig auf, ordnet seine Lastwagensparte neu und baut den Audi-Vorstand um. «Gleichzeitig schaffen wir so alle Voraussetzungen, um den Konzern und seine Marken auch in einem schwierigeren Marktumfeld auf Erfolgskurs zu halten», sagte VW-Chef Martin Winterkorn in Stuttgart. Der Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers hatte den Plänen zuvor zugestimmt. So übernimmt etwa der bisher für das Nutzfahrzeuggeschäft zuständige Vorstand Jochem Heizmann das neu geschaffene China-Ressort. «China ist unser grösster und einer der wichtigsten Märkte weltweit», sagte Winterkorn.

Auch das LKW-Geschäft wird umgebaut, vor allem um die bisher eher zäh laufende Zusammenarbeit zwischen den Töchtern Scania und MAN voranzutreiben. Der bisherige Chef der schwedischen Tochter Scania, Leif Östling, wechselt in den VW-Vorstand und wird dort das gesamte Nutzfahrzeuggeschäft verantworten, MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen zieht in die Konzernleitung, den erweiterten Vorstand ein, und wird dort das Industriegeschäft mit Motoren konzernweit koordinieren. Neuer Scania-Chef wird der bisherige Verkaufsvorstand Martin Lundstedt. Auch die VW-Sparte Nutzfahrzeuge bekommt einen neuen Chef, den Posten übernimmt der bisherige Entwicklungschef Eckard Scholz.

Der bisherige Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen wird demnach neuer Einkaufschef bei MAN. VW-Personalmanager Jochen Schumm wird dort neuer Personalchef und löst Jörg Schwitalla ab. Medien berichten seit Mittwoch über diese Massnahmen.