Die Affäre um manipulierte Abgaswerte von Volkswagen in den USA ruft auch die Schweizer Behörden auf den Plan. Das Bundesamt für Strassen untersucht Angaben eines Sprechers vom Dienstag zufolge, ob derselbe Typ von Diesel-Fahrzeugen auch in der Schweiz verkauft wurde.

Mit Ergebnissen sei innerhalb von einigen Tagen zu rechnen. VW hatte eingeräumt, bei Diesel-Fahrzeugen in den USA Software zur Manipulation von Abgasnormen eingebaut zu haben. VW war für eine Stellungnahmen vorerst nicht erreichbar.

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Frankreich: Auch französische Autos untersuchen

Auch Frankreich reagiert und fordert eine Untersuchung auf europäischer Ebene. «Wir sind ein europäischer Markt mit europäischen Regeln. Und die müssen eingehalten werden», sagte Finanzminister Michel Sapin am Dienstag dem Radiosender «Europe 1». Die Untersuchung solle aber nicht nur Volkswagen betreffen. «Ich denke, um die Menschen zu beruhigen, sollten wir sie auch auf die französischen Hersteller ausdehnen.» Er habe aber keinen Anlass zu glauben, dass sich diese so wie Volkswagen verhalten hätten.

Die US-Umweltschutzbehörde EPA wirft VW vor, bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. Es geht um fast eine halbe Million Autos. Volkswagen hat Fehlverhalten eingeräumt. Dem Dax-Konzern droht nach Angaben der Behörde damit eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Inzwischen hat auch Südkorea angekündigt, drei Diesel-Modelle von VW genauer zu untersuchen. Auch in Deutschland sollen alle Diesel-Fahrzeuge von VW auf die Einhaltung der Abgas-Vorschriften geprüft werden.

EU-Kommission in Kontakt mit VW

Ebenso meldet sich die EU-Kommission zu Wort. Man sei mit dem Wolfsburger Autobauer ebenso in Kontakt wie mit Behörden in den USA, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Dienstag. Es sei aber zu früh, um Schlüsse zu ziehen. Zunächst gehe es darum, die Fakten zu klären.

Die EU-Kommission verwies darauf, dass ab 2016 in der EU ein neues Messverfahren (RDE) zur Ermittlung der CO2-Emissionen und des Kraftstoffverbrauchs von Pkw eingeführt werden soll. Die EU setze die Grenzwerte und die Verfahren fest, für die Umsetzung der Regeln seien die Mitgliedsländer verantwortlich, betonte die Sprecherin.

(reuters/dbe/ama)