Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wird die Ermittlungen zu den Abgasmanipulationen beim deutschen Autohersteller Volkswagen voraussichtlich erst im kommenden Jahr abschliessen. Er halte es für «sehr unwahrscheinlich», dass in diesem Jahr noch über Anklagen oder Einstellungen von Verfahren entschieden werde, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der «Welt am Sonntag».

Die Behörde ermittelt derzeit gegen 17 Beschuldigte wegen des Verdachts des Betruges im Zusammenhang mit der Manipulation von Abgaswerten bei Millionen Dieselfahrzeugen. Ermittlungsverfahren gegen frühere oder aktuelle Geschäftsleitungsmitglieder gibt es bislang nicht.

Schummelsoftware in Millionen Motoren

Vor allem der lange Zeitraum von gut zehn Jahren seit dem Beginn der Entwicklung der betreffenden Motoren führe dazu, dass auch die Ermittlungen lange dauern, hiess es dem Bericht zufolge bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Volkswagen hatte im September eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben, die Emissionstests manipuliert. Besonders in den USA, wo der Skandal ans Licht kam und rund 600'000 Autos betroffen sind, drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen. Die Genehmigung der US-Umweltbehörden für einen Rückrufplan steht noch immer aus.

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(sda/gku)