Trotz des Abgas-Skandals ist der Absatz von Volkswagen in den USA im September nicht gesunken. Der Wolfsburger Konzern verkaufte von seiner Kernmarke VW im vergangenen Monat gut 26'000 Fahrzeuge, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Verkaufszahlen liegen damit einen Hauch über dem Vorjahresmonat. Die Manipulation von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen hatte das US-Umweltamt EPA am 18. September öffentlich bekanntgemacht. VW hatte dann den Verkauf der betroffenen Modelle gestoppt. Der Absatz besonders der amerikanischen Konkurrenz legte in dem Monat zum Teil deutlich zu.

Wegen der Affäre rechnen Analysten bei VW mit einem Absatzeinbruch am US-Markt. Das Nordamerika-Geschäft der Wolfsburger schwächelt schon länger, da sie nicht die richtigen Modelle im Angebot hatten. Grosse Hoffnung setzt der Konzern auf den neuen Passat, der zum Jahresende in die amerikanischen Autohäuser rollt.

Premiumtochter Audi mit 16,2 Prozent Plus

Die Premiumtochter Audi konnte unterdessen beim Absatz noch keine Kratzer im Lack entdecken. Mit einem Plus von 16,2 Prozent auf 17'340 Autos schlossen die Ingolstädter nach eigenen Angaben des 57. Rekordmonat in Folge ab.

Die anderen deutschen Hersteller gaben in den USA und Nordamerika Zugewinne bekannt. Mercedes USA verkaufte sechs Prozent mehr Fahrzeuge, BMW etwa vier Prozent mehr und Porsche sogar 22,7 Prozent. Bei den grossen US-Konzernen verzeichnete General Motors ein Plus von 12,5 Prozent, Ford von 23 Prozent und Fiat Chrysler von 13,6 Prozent. Auch Toyota Motor schlug im September 16,2 Prozent mehr Autos los. Experten begründen die gestiegene Nachfrage in den USA mit den niedrigen Benzinpreisen und Kreditzinsen.

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(reuters/me/ama)