Die Waadtländer Kantonalbank (Banque Cantonale Vaudoise BCV) hat im ersten Quartal des laufenden Jahres von einer starken Zunahme im Handelsgeschäft profitiert und den Ertrag und die Gewinnzahlen deutlich verbessern können. Dagegen wurde das Zinsengeschäft vom derzeitigen Negativzinsumfeld belastet, wie den Zahlen zu entnehmen ist.

Der gesamte Geschäftsertrag erhöhte sich in den ersten drei Monaten des Jahres um 5 Prozent auf 260 Millionen Franken, wie das Institut mitteilte. Bei leicht gesunkenen Kosten verbesserte sich der Bruttogewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11 Prozent auf 131 Millionen Franken.

Höhere Kundenaktivität im Devisengeschäft

Im Handelsgeschäft konnte die BCV den Erfolg um 60 Prozent auf 42 Millionen Franken erhöhen. Die Aufgabe des Euro/Franken-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe zu einer deutlich höheren Kundenaktivität im Devisengeschäft geführt, kommentiert die Kantonalbank.

Der grösste Geschäftsbereich, das Zinsengeschäft, litt dagegen unter dem Negativzinsumfeld. Bei einem noch leichten Anstieg der Hypothekarkredite ging der Erfolg in den ersten drei Jahren um 1 Prozent auf 124 Millionen Franken zurück. Der Kommissionserfolg blieb mit 88 Millionen Franken stabil.

Erwartungen übertroffen

Die Kosten nahmen im ersten Quartal leicht um 1 Prozent auf 129 Millionen Franken ab. Die Kantonalbank konnte sowohl den Personalaufwand (-1 Prozent) wie den Sachaufwand (-2 Prozent) senken. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat die Bank die Erwartungen klar übertroffen. Gemessen am AWP-Konsens rechneten die Analysten mit Erträgen von 244,8 Millionen Franken, einem Geschäftsaufwand von 129,8 Millionen und einem Bruttogewinn von 117,7 Millionen.

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende um 1 Prozent auf 42,7 Milliarden Franken. Die Hypothekarforderungen nahmen dabei mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 24,2 Milliarden zu. Bei den übrigen Krediten resultierte eine Abnahme um 5 Prozent auf 5,4 Milliarden Franken.

Stabile Kundengelder

Bei den Kundengeldern blieben die Spareinlagen mit 13,0 Milliarden Franken stabil. Die übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden erhöhten sich um 1 Prozent auf 16,4 Milliarden Franken. Die von der Kantonalbank verwalteten Vermögen stiegen im ersten Quartal um 2 Prozent auf 88,1 Milliarden Franken. Der Nettoneugeldzufluss betrug 2,2 Milliarden.

(awp/dbe/ama)

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