Die Branchenvertreter waren sich weitgehend einig, dass Margen- und Konkurrenzdruck weiter zunehmen werden, die anwesenden Exponenten aus Deutschland rechneten den Schweizern vor, dass sie diesbezüglich noch in einer vergleichsweise heilen Welt lebten. Doch der Trend ist klar: Neue Akteure treten mit neuen Strategien auf den Markt, der Konsolidierungs- und Konzentrationsprozess innerhalb der Branche schreitet voran. 17 Referenten und die Tagungsvorsitzende Claudia B. Wöhle, Universität Salzburg, erläuterten Wachstumsstrategien für turbulente Zeiten. Gottfried Weber stellte die entscheidenden Faktoren für die erfolgreiche Strategieentwicklung und -umsetzung im Falle der Schwyzer Kantonalbank dar. Alain Robert, UBS AG, betonte die Bedeutung des Kundenerlebnisses und der zielorientierten Kundenentwicklung für nachhaltigen Erfolg im Retail Banking. Im Lichte der Subprime-Krise interessierten auch Fragen nach den Funding-Strategien und der weiteren Entwicklung auf den Finanzmärkten. Auf diese Fragen gingen u.a. Jan Amrit Poser, Bank Sarasin & Cie AG, und Roland Ledergerber, St. Galler Kantonalbank, ein.

Ein Schwerpunkt der Tagung lag auf dem Thema Vertrieb. Kurt Streit, Valiant Holding AG, stellte in einem Beispiel dar, wie sich Wachstum durch Kooperation im Vertrieb und in der Verarbeitung erzielen lässt. Er zeigte auf, wie konkurrierende Institute durchaus kooperieren können. Auch Andreas Waespi sieht die Kernkompetenz der Bank Coop im Vertrieb. Niklaus Siegrist, AIG Privat Bank AG, führte aus, wie sich die Zielgruppe der mittelgrossen Kunden wirksam bedienen lässt und ein solches Konzept ins Ausland exportiert werden kann. Ulrich Christmann, Deutsche Bank AG, präsentierte anhand der Bankamiz ein Beispiel zielgruppenspezifischen Ethnomarketings. Patrik Gisel, Raiffeisen Schweiz, brachte die Meinung der Anwesenden hinsichtlich der künftigen Entwicklung im Schweizer Retail Banking auf den Punkt: Durch eine erfolgreiche Vertriebsstrategie lässt sich in der Tat ein überdurchschnittliches Wachstum erzielen.