Die Entwicklung der letzten Jahre spricht eine deutliche Sprache. Mit der Verbreitung von Festnetz-Breitbandanschlüssen stieg die Nutzung von internetbasierten Anwendungen wie E-Mail, Informationssuche, Homebanking, Online-Shopping, Internettelefonie überproportional mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 70%.

Von diesem Mechanismus profitiert auch das mobile Breitband-Internet. Mit der Einführung von UMTS vor zwei Jahren und mit der zunehmenden Verbreitung von öffentlichen WLAN-Zugängen stieg die Nutzung von Datendiensten um 30 bis 40%. Die mobilen Breitbandtechnologien (UMTS, HSDPA) stehen zunehmend flächendeckend zur Verfügung.
Laptops mit Datenkarten oder USB-Modems, PDA und Smartphones sowie TV- und Musik-taugliche Multifunktions-Handys sind in dieser frühen Phase die Hauptwerkzeuge zur Nutzung des mobilen Breitband-Internets.
Die Weiterentwicklung (HSDPA mit bis zu 7,2 Mbit/s) schreitet zügig voran. Die Geräteindustrie steht ebenso in den Startlöchern wie die Inhalts-, Dienst- und Softwareanbieter.
Vertraute Begriffe wie «software as service», «e-collaboration», «e-commerce», «e-health» und «e-government» werden wieder salonfähig, nicht als visionäre Schlagwörter, sondern als pragmatische Konzepte, angereichert mit dem Mehrwert «Mobilität», den nur drahtlose Verbindungen bieten können.
Für die Telekom-Anbieter ergeben sich damit beim mobilen Breitband-Internet Wachstumsperspektiven, die längerfristig jene des drahtgebundenen Breitband-Internets weit übertreffen. Das klassische Kerngeschäft der Gesprächsübermittlung integriert sich dann weitgehend ins Anbieten von Internet-Verbindungen, die zur Hauptsache drahtlos genutzt werden. Gut möglich, dass sich die Anwender im Jahr 2015 tatsächlich wundern, dass Sprache und Internet jemals über Kabel auf ihre Geräte übertragen wurden (Graham Howe, Orange UK 2001: «People will think it strange that voices and data ever travelled down wires»).