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MEM-Industrie
Wachstum: Industrie legt kräftig zu

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Schweizer Metallproduktion: Die Branche entwickelt sich gut.Quelle: Keystone

Für die Schweizer MEM-Industrie läuft es derzeit rund: Umsätze und Auftragszahlen steigen. Doch politische Sorgen trüben den Ausblick ein.

Veröffentlicht am 28.08.2018

Für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) läuft es momentan rund. Die Unternehmen der Branche steigerten im ersten Semester 2018 sowohl die Umsätze als auch den Auftragseingang im zweistelligen Bereich.

Die Umsätze legten im ersten Halbjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16,4 Prozent zu, wie der Industrieverband Swissmem am Dienstag mitteilte. Noch besser sieht es beim Bestellungseingang aus: Die Auftragseingänge, welche die künftigen Umsätze darstellen, kletterten um 24,1 Prozent. Dies sind die höchsten Zuwachsraten seit zehn Jahren.

Die Lage der Schweizer MEM-Industrie präsentiere sich «insgesamt als sehr erfreulich», heisst es denn auch in der Mitteilung von Swissmem. Und dies wirke sich auch positiv auf die Beschäftigung aus. So arbeiteten im ersten Quartal (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) 325'000 Menschen in der MEM-Industrie, was gegenüber der Vorjahresperiode einem Anstieg um 2,6 Prozent entspricht.

Erst ein Teil der «SNB-Jobverluste» wieder aufgeholt

Die Aufhebung des Mindestkurses durch die SNB im Jahr 2015 hat die MEM-Industrie zu einem guten Teil - aber dennoch nicht ganz - verdaut. Zwei Drittel der durch die Massnahme der SNB verursachten Jobverluste wurden innerhalb eines Jahres wieder wettgemacht. Dazu lässt sich Swissmem-Präsident Hans Hess folgendermassen zitieren: «Ich freue mich sehr, dass es dem Gros der MEM-Firmen wieder besser geht.»

Mit Blick nach vorne sieht es konjunkturell zwar vorläufig noch gut aus, es drohen aber politische Risiken und Engpässe wegen Fachkräftemangel. Hess geht davon aus, dass die «gute Geschäftsentwicklung noch sechs bis zwölf Monate anhalten wird. Danach könnte es zu einer Abflachung der Konjunktur kommen, zumal frühzyklische Branchen bereits eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik verspüren».

Als «eine der grössten Herausforderungen für die MEM-Industrie» bezeichnet Swissmem den Fachkräftemangel in den kommenden Jahren. Nebst den konjunkturellen macht Swissmem auch politische Unwägbarkeiten aus. Der Freihandel stehe derzeit sowohl «innen- und weltpolitisch unter grossem Druck», heisst es mit Blick auf die globalen Handelskonflikte. In diesem Zusammenhang wirbt der Verband auch für ein Rahmenabkommen mit der EU.

(awp/mlo/tdr)

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