Bossard hat für 2007 erfreuliche Umsatzzahlen präsentiert. Auf einen Ausblick verzichten Sie aber.

David Dean: Wir werden ihn zusammen mit dem Gesamtresultat im März veröffentlichen. Dann liegen die ersten zwei Monate hinter uns, die für uns sehr wichtig sind und uns die Richtung aufzeigen, wie es weitergehen wird.

Können Sie schon Angaben zum Januar machen?

Dean: Momentan sehen wir keine wesentlichen Veränderungen zum Vorjahr. Es geht gleich weiter wie im letzten Quartal.

Dieses ist traditionell schwächer.

Dean: Ja, das letzte Quartal ist aufgrund der Feiertage etwas schwächer. 2007 ist aber auch dieses gut ausgefallen. Nach den guten Vorgaben aus den vergangenen zwei Jahren wird die Wachstumsrate aber etwas abnehmen, weil viele Kunden an ihre Kapazitätsgrenzen gestossen sind. Einige arbeiten bereits hart am Limit. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf unser Wachstumspotenzial. Wir sind aber grundsätzlich zuversichtlich für das Geschäftsjahr 2008, vor allem für die Wirtschaftsräume Europa und Asien. Als Fragezeichen bleibt die Marktentwicklung in Amerika.

Spüren Sie dort schon eine Abschwächung bei Ihren Kunden?

Dean: Im Gegensatz zu Europa sind wir in Amerika auf wenige Grosskunden konzentriert. Deshalb lässt unser Geschäft keinen Rückschluss auf die amerikanische Wirtschaft zu. Bei unserem Grosskunden John Deere läuft das Geschäft sogar besser als erwartet. Aber auch diese Firma arbeitet seit zwei Jahren auf hohem Niveau.

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Amerika läuft also insgesamt gut.

Dean: Unser Grosskunde John Deere ist ziemlich optimistisch. Die Prognosen jener Kunden, die konsumsensitiver sind, fallen aber weniger zuversichtlich aus. Aufgrund der Grosswetterlage dürfte es für viele unserer Kunden ein eher schwieriges Jahr werden.

Sie wollen in Amerika über Neukunden wachsen. Wie werden Sie durch die aktuelle Lage tangiert?

Dean: Nachdem wir die Restrukturierung termingerecht und im Kostenrahmen abgeschlossen haben, liegt nun der Fokus wieder bei den Neukunden. Dabei konzentrieren wir uns auf unsere europäische Kundschaft mit Niederlassungen in Amerika. Dieses Potenzial haben wir bisher noch nicht genutzt.

Wie stark sind Sie betroffen, wenn sich die Krise global ausweitet?

Dean: Das ist schwer abzuschätzen. Der Elektroniksektor in Asien bereitet uns gewisse Sorgen. Denn er ist stark auf Amerika als Abnehmer ausgerichtet. Andererseits sind unsere Marktanteile im asiatischen Raum noch klein. Selbst wenn es zu einer Abschwächung kommen sollte, haben wir grundsätzlich noch genügend Wachstumsmöglichkeiten, dank des Grundwachstums und unserer Fokussierung auf den Energie- und Infrastrukturbereich.

Asien ist aber schon letztes Jahr weniger gut gelaufen als erwartet.

Dean: In Indien haben wir bei einem wichtigen Kunden einen Teil des Umsatzes an einen Produzenten verloren. Uns ist es nicht gelungen, dieses Geschäft kurzfristig zu ersetzen.

Besteht die Gefahr, dass weitere solche Grossaufträge wegfallen?

Dean: Nein, denn dieses war eigentlich atypisch und für uns eine Chance in diesem Land. Sonst haben wir keine solchen Geschäfte.

Und in Südostasien?

Dean: Dort ist grundsätzlich ein gewisser Rebound zu spüren. Korea ist etwas kritischer, da wir dort den Halbleitersektor beliefern, der sehr volatil ist. Wir wollen uns in diesen Ländern vermehrt auf das klassische Apparate- und Maschinenbaugeschäft konzentrieren.

Fehlt noch Europa?

Dean: Die meisten Kunden sind recht zuversichtlich und auch ihre Auftragslage scheint sich in den letzten Monaten wenig verändert zu haben. Die Zahlen sind gut. Doch aufgrund des hohen Euro dürfte die europäische Wirtschaft eine leichte Dämpfung erleiden.

Wo steht Bossard Ende 2008?

Dean: Unsere Zielsetzung bleibt, weiter profitabel zu wachsen…

Weiterhin nur organisch?

Dean: Ja. Denn wir sind geografisch so aufgestellt, wie wir wollen. Wir brauchen keine neuen Firmen, sondern nur neue Kunden.